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  • 15.03.2013, 09:40 Uhr
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  • Münster & Münsterland
WestLB-Nachfolge

Portigon fehlen die Kunden

Vor großen Problemen steht die WestLB-Nachfolgerin Portigon. Ihr fehlen die Kunden und das Service-Geschäft läuft nicht richtig an.

In einem Bericht für den Landtag hält Finanzminister Norbert Walter-Borjans fest: „Nennenswerte Geschäfte mit Drittkunden konnten bislang nicht abgeschlossen werden.“ Am Interesse mangele es nicht, doch schrecke die von der EU festgelegte Begrenzung bis 2016 ab: Für Finanzdienstleister sei dieser Zeitraum zu kurz. Bis Ende 2016 soll das Servicegeschäft verkauft oder dann abgewickelt werden.

Wenn es nicht gelingt, nennenswerte Service-Aufträge zu akquirieren, „wird zusätzlich zu der ohnehin schon geplanten Personalreduzierung über einen weiteren Abbau der Beschäftigtenzahl nachzudenken sein“, stellt Walter-Borjans klar. 2016 könnten sogar weniger als die geplanten 1.000 Angestellten übrig bleiben. Im vergangenen Jahr haben WestLB und Portigon ihr Personal um 1.558 auf 2.630 Mitarbeiter abgebaut.

Unter ihnen befinden sich 400 Mitarbeiter mit einem Doppelvertrag, die zwar für die WestLB gearbeitet haben, denen aber ein Rückkehrrecht zur NRW-Bank zusteht. Für sie eine Verwendung zu finden, ist offenbar schwierig, deutet der Minister an. Im Schnitt verdienen sie 86.000 € im Jahr, die meisten sind weit länger als 25 Jahre im Unternehmen tätig: Ein vorgezogener Ruhestand würde für das Land als Eigentürmer teuer. Ein Fall für die Gerichte ist überdies der Status von 388 Mitarbeitern mit mehr als 20 Dienstjahren. Die Portigon hält eine Betriebsvereinbarung für unwirksam, die sie unkündbar macht.

(Hilmar Riemenschneider)


 


 

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