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  • 19.09.2012, 14:06 Uhr
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  • Dülmen/Münster
Wettbewerbsfaktor Wissen

Initiative Quali-ME will Mitarbeiter der Metall- und Elektroindustrie weiterbilden

Gute Maschinen haben heute alle Betriebe – das Wissen der Mitarbeiter entscheidet am Ende darüber, wie gut ein Produkt wird.

Am Ende macht der Mensch den Unterschied: „Der Wettbewerber hat die gleichen Maschinen. Entscheidend ist, wer sie bedient“, sagt Michael Hackler, Leiter Personalwesen bei der Ger­hardi Kunststofftechnik GmbH. Über die Qualität der Arbeit entscheidet letztlich das Wissen der Arbeitskräfte. Das ist ein Grund für die Ibbenbürener, beim Projekt Quali-ME mitzumachen.

Quali-ME, das meint Qualifizierung in der Metall- und Elektroindustrie. Quali-ME lässt sich aber auch englisch verstehen als: „Qualifizier mich“. Darum geht es bei dem Projekt, in dem die Sozialpartner – die Gewerkschaft IG Metall und der münsterländische Metall-Arbeitgeberverband VMM – zusammenarbeiten. Dass Betriebe gut laufen, sei schließlich das gemeinsame Interesse, so der münsterländische IG-Metall-Chef Jürgen Schmidt und VMM-Geschäftsführer Bernd Kemper.

In dem Projekt arbeiten Personalleiter und Betriebsräte eng zusammen – wie bei Ger­hardi. Betriebsratschef Stefan Reichel hat die Quali-ME-Teilnahme vorgeschlagen. „Ich war begeistert“, erinnert sich Personalleiter Hackler. Ger­hardi produziert Kunststoffteile für die Autoindustrie – etwa Kühlergrills. Mit dem Auto-Boom wuchsen zuletzt Aufträge und Belegschaft. Nur: „Fachkräfte sind schwer zu bekommen, hier herrscht fast Vollbeschäftigung“, so Hackler. „Zugleich brauchten wir mehr Führungskräfte, weil wir viel mehr Schichten fahren“, ergänzt Reichel. Was könnte da besser sein, als die eigenen Leute weiterzubilden?

Aber welche Qualifikation braucht der Betrieb? Welche Weiterbildung wünscht sich der Mitarbeiter? Das versuchen die Projektleiterinnen Heidi Schanz (CE-Consult) und Nina Moeller (Impulse GmbH) in Gesprächen mit Mitarbeitern und Führungskräften herauszufinden. Im Mittelpunkt der Weiterbildung stehen diesmal nicht Führungskräfte, sondern die Menschen an der Maschine. Überraschend: „Bei uns waren die Selbsteinschätzung der Mitarbeiter und die Eindrücke der Vorgesetzten fast deckungsgleich“, berichtet Thomas Potthoff, Betriebsrat bei der Donaldson Filtration Deutschland GmbH, die gestern ebenfalls bei dem Treffen in Dülmen ihre Quali-ME-Pläne vorstellte.

Es geht auch darum, das in Jahrzehnten im Betrieb erworbene Wissen zu sichern. Moeller: „Nicht jeder kann mit über 60 noch am Gießofen arbeiten, aber ich kann den Mitarbeiter – etwa mit einem EDV-Kursus – für andere Aufgaben qualifizieren und sein Know-how halten.“

Renner bei den Qualifizierungswünschen sind EDV-Fragen von Excel bis zu den Steuerprogrammen der Maschinen und Sprachkurse. Zudem werden die Mitarbeiter bei Gerhardi zum Beispiel nun nicht mehr einfach nur angelernt, eine Maschine zu bedienen, sie lernen auch mehr darüber, was in der Maschine passiert – etwa beim Galvanisieren. Und in der Gravenhorster Teutoguss GmbH sind schon zwei Meisterkurs-Interessenten ausgemacht. Der Clou: Bei Quali-ME werden die Qualifizierungskurs selbst vom Bundesarbeitsministerium und der EU gefördert.

(Martin Ellerich)


 


 

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