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  • 20.03.2013, 09:09 Uhr
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  • Düsseldorf / Münster
WGZ-Bank-Bilanz 2012

Nach schwieriger Phase "ein Premium-Jahrgang" für die Banken-Gruppe

Zahlen, Daten und Fakten kommentiert der Vorstandschef der WGZ-Bank üblicherweise mit kaufmännischer Zurückhaltung. Auf der Bilanzpressekonferenz rutschte es Werner Böhnke dann doch heraus: 2012 sei für die Zentralbank der 200 Volks- und Raiffeisenbanken in Westfalen und Rheinland ein „Premium-Jahrgang“ gewesen.

In keinem Jahr zuvor habe die Bank ein besseres Ergebnis erarbeitet. Die WGZ, so Werner Böhnke wenig später, sei „nicht unzufrieden“.

Tatsächlich glänzt nicht nur die Kernbank, sondern auch die WGZ-Bank-Gruppe, zu der unter anderem die lange durch europäische Staatsanleihen belastete WLBank zählt. Die Gruppe, die im Jahr 2011 in Folge der Schuldenkrise noch massiv ins Minus gerutscht war, schaffte diesmal ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von plus 551 Mio. €. Das Handelsergebnis fiel deutlich besser aus – zum einen durch wachsende Geschäftsaktivitäten der WGZ-Bank, zum anderen durch die Wertaufholung im Portfolio der Staatsanleihen. Die Bilanzsumme der WGZ-Bank- Gruppe stieg um 2,3 Prozent auf 91,6 Mrd. € . Die harte Kernkapitalquote lag zum Jahresende bei zwölf Prozent.

„Wir haben an Muskelmasse zugelegt.“

Die Kernbank selbst erreichte beim Jahresüberschuss vor Steuern mit 167,3 Mio. € ihr operativ bestes Ergebnis. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Außergewöhnliches geleistet“, betonte Werner Böhnke. Für eine hohe Produktivität spreche auch die Cost-Income-Ratio in Höhe von 43,6 Prozent. Das gute Ergebnis soll genutzt werden, um – vorausgesetzt, die Hauptversammlung stimmt im Juni zu – eine Dividende in Höhe von fünf Prozent auszuschütten. Zudem wird die Bank weitere Rücklagen und Reserven bilden. Böhnke zufrieden: „Wir haben an Muskelmasse zugelegt.“

Und dies wohl auch für weiterhin schwierige Zeiten, in denen Politiker die Finanzwelt auch für die Staatsschuldenkrise mitverantwortlich machen. Laut Werner Böhnke schießt die „regulatorische Aktionismus inzwischen weit über das Ziel hinaus“. Die erhoffte Wirkung „bisweilen willkürlich anmutender Normen und Richtlinien“ werde sich als „Illusion erweisen“. Hinsichtlich der Staatsschuldenkrise liege eine wirkliche Lösung der Probleme immer noch nicht vor. „Viele in der politischen Führung Europas haben wohl nicht mehr den Mut“, bedauert der Chef der WGZ-Bank die Zurückhaltung bei Reformen.

Im laufenden Jahr rechnet die WGZ-Bank bei vergleichbarer Marktentwicklung mit einem erneut guten Ertragsniveau. Basis sei die in 2012 erneut weiter ausgebaute Zusammenarbeit mit den Mitgliedsbanken. Dabei spielen auch Unterstützungsleistungen durch die WGZ-Bank eine wachsende Rolle. Und auch beim Mittelstand konnte die WGZ-Bank weiter punkten und rund 200 Unternehmen als neue Kunden gewinnen. Neue Kredite in Höhe von 2,6 Mrd. € wurden zur Verfügung gestellt.

Hin und Her in Zypern ärgert die WGZ

Eine finale Bewertung gab es vom Vorstand der WGZ-Bank nicht. Doch die Verärgerung über das politische Hin und Her in der Zypern-Krise und die angeheizte Sparkonten-Debatte war spürbar. Dass ein Rettungspaket im Wechsel geschnürt und aufgeschnürt werde, sei nicht akzeptabel, hieß es gestern auch am Rande der Bilanzpressekonferenz. Vorstandschef Werner Böhnke sprach von einer „bedauerlichen Kommunikationslage“. Dass man die Einlagensicherung in die Nähe dieser Krise rücke, sei „gefährlich und auch falsch“.

Die WGZ in Zahlen

WGZ-Bank (in Klammern Werte aus 2011):

  • Zinsüberschuss: 191 Mio. € (197,3 Mio. € )
  • Provisionsüberschuss: 102,9 Mio. € (89,5 Mio. € )
  • Betriebsergebnis nach Risikovorsorge: 266,0 Mio. € (228,7 Mio. € )
  • Jahresüberschuss nach Steuern: 132,5 Mio. € (50,1 Mio. € )

WGZ-Bank-Gruppe (in Klammern Werte 2011):

  • Zinsüberschuss: 486,2 Mio. € (431,9 Mio. € )
  • Handelsergebnis: 272,2 Mio. € (minus 653,4 Mio. €)
  • Ergebnis vor Steuern: 551,5 Mio. € (minus 430,3 Mio. € )
  • Ergebnis nach Steuern: 380,7 Mio. € (minus 237,7 Mio. € )

(Wolfgang Kleideiter)


 


 

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