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  • 30.07.2013, 09:15 Uhr
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  • Münsterland / Sendenhorst
Windenergie-Ausbau

Bürgerentscheid in Sendenhorst

Das Bürgerbegehren gegen den weiteren Windenergie-Ausbau ist erfolgreich. Laut Initiatoren wurden weit mehr als die 1.000 notwendigen Unterschriften gesammelt. Da der Rat bei seiner Meinung bleiben will, kommt es am 22. September zum Bürgerentscheid.

Der Bürgerentscheid zum weiteren Ausbau der Windenergie kommt – vorausgesetzt, der Rat bleibt, wie von den Fraktionsvorsitzenden unlängst angekündigt, bei seiner Meinung. Die Initiative wird die Unterschriftenlisten am kommenden Montag, 5. August, im Rathaus an Bürgermeister Berthold Streffing übergeben.

Dabei ist das Stimmensammeln noch gar nicht zu Ende: Zahlreiche Helfer der Initiative „Pro Landschaft“ sind noch mit Listen unterwegs. Und auch in Geschäften liegen noch Listen aus. Gleichwohl vermeldet Carmen Steinhoff, eine der drei Vertretungsberechtigten, Vollzug. „Wir haben die Stimmen“, erklärt sie im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Derzeit lägen etwa 1.400 gültige Stimmen vor. Rund 1.000 werden benötigt, damit sich der Stadtrat erneut mit seinem Beschluss, über einen Teilflächennutzungsplan eine weitere Konzentrationszone für die Windkraft auszuweisen, beschäftigen muss. Das wird er nun in einer Sondersitzung am 15. August tun.

Ein Kraftakt war es, meint Carmen Steinhoff. Nicht deshalb, weil viele Bürger nicht unterschreiben wollten. Sondern, weil viel über das Thema diskutiert wurde. Und das nicht erst in den vergangenen Wochen. „Wir haben ja weit vorher angefangen, um zu recherchieren und uns rechtlich schlau zu machen“, sagt die Sendenhorsterin.

Bürgerentscheid am 22. September

Jetzt blickt die Initiative in die Zukunft. „Wichtig ist, dass wir jetzt beim Bürgerentscheid genügend ,Ja’-Stimmen erhalten“, meint Carmen Steinhoff. Die Abstimmung wird – sollte der Rat nicht doch noch einen Formfehler feststellen – gemeinsam mit der Bundestagswahl am 22. September durchgeführt.

Carmen Steinhoff und ihre Mitstreiter haben in den vergangenen Wochen in zahllosen Gesprächen viele Menschen in der Stadt kennengelernt. Insgesamt sei die Resonanz „herzlich und nett“ ausgefallen, blickt sie zurück. Das habe vielleicht auch daran gelegen, „dass wir nicht so vernagelt sind“, sondern dass in jedem Gespräch die Argumente ausgetauscht worden seien. „Es ist bemerkenswert, zu sehen, wie viele Menschen sich für dieses Thema interessieren“, blickt sie zurück. Die Bürger dieser Stadt könnten sehr wohl differenzieren und argumentieren. „Jeder kann sich informieren und dann seine Entscheidung fällen“, blickt sie bereits auf den 22. September.

Und Urlaub? „Ich traue mich noch nicht so ganz“, kann sie den Erfolg des ersten Bürgerbegehrens in Sendenhorst noch nicht so ganz glauben. Vielleicht, meint sie, geht es noch ein bisschen weg „wenn wir die Listen am Montag abgegeben haben“. Eine Erkenntnis der vergangenen Wochen möchte sie den Sendenhorstern dann auch noch mit auf den Weg geben: „Nicht alles einfach so hinnehmen, was der Rat beschließt.“

(Josef Thesing)


 


 

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