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  • 03.11.2014, 11:24 Uhr
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  • Münster
Windenergieanlagen

Kraftakt für grünen Strom

Spürbar begeistert ist Dr. Dirk Wernicke, als neuer technischer Geschäftsführer der Stadtwerke noch frisch im Amt, von den beiden Windenergieanlagen, die am Twerenfeldweg und am Stodtbrockweg errichtet werden: „Das ist eine weithin sichtbare Werbung für Münster als fortschrittliche Stadt“, betonte er angesichts der Montage des vierten Turmsegments der zweiten Anlage.

 Es solle nicht bei den jetzt fünf Windenergieanlagen bleiben, die die Stadtwerke in Münster gebaut haben. Wenn die Kriterien für die Auswahl möglicher Standorte neu bewertet seien, haben die Stadtwerke vor, weitere Standorte auf dem Stadtgebiet zu nutzen.

Die Typbezeichnung der beiden neuen Anlagen, „Nordex N 117“, weise auf den Rotordurchmesser von rund 117 Metern hin, erklärte Daniela van der Pütten, Leiterin der Stadtwerke-Pressestelle.

Eine Frage trieb die Mitarbeiter der Firma Nordex aus Rostock in den vergangenen Wochen um: Wann ist es ausreichend windstill, um die großen, schweren Bauteile mit den Kränen anzuheben, damit sie passend positioniert und montiert werden können? „Der Großkran ist mit einem Windmesser ausgestattet, der den Monteuren die Windstärke anzeigt“, erläuterte Daniela van der Pütten. Zu viel Wind hatte den Beginn des Aufbaus der ersten Anlage verzögert (WN, 21.10.).

Die beiden Kräne haben schwer zu heben: Eines der stählernen Turmsegmente wiegt rund 50 Tonnen, informierte Projektleiterin Eva Huth. Auch das Maschinenhaus, in dem sich bei der Anlieferung vorinstalliert schon der Generator befindet, wiegt 50 Tonnen. Wenn das Maschinenhaus auf dem Turm sitzt, wird der rund 46 Tonnen schwere Antriebsstrang hineingehoben, das Getriebe der Anlage. Der blaue Großkran kann auf rund 115 Meter ausgefahren werden. Der mobile Autokran erreicht eine Höhe von bis zu 61 Metern.

Eine Anlage kostet vier Millionen Euro

Die Rotorblätter bestehen aus einem glasfaserverstärkten und einem kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff. Ein Rotorblatt wiegt jeweils elf Tonnen. „Die Rotorblätter sind geschwungen, um die Windernte zu maximieren“, erläutert die Pressesprecherin den Sinn der aerodynamischen Formgebung. Kleine Dreiecke, die auf den Rotorblättern befestigt sind, dienen als Blitzschutzsystem.

Eine Anlage kostet vier Millionen Euro. Die Stadtwerke entwickeln zurzeit ein Bürgerbeteiligungsmodell für die beiden Anlagen in Roxel und Gievenbeck sowie für die jüngst errichtete Anlage in Amelsbüren. „Details werden voraussichtlich Ende des Jahres veröffentlicht“, kündigt Wernicke an: „Es ist eine tolle Sache, wenn sich die Bürger an den Anlagen in der Nachbarschaft beteiligen können.“ Geplant sei ein Genossenschaftsmodell. Informationen unter Tel.6 94 12 34 und per E-Mail unter [email protected].

Wenn die Anlagen stehen, folgt ein etwa zwei Wochen dauernder Innenausbau. Die zur Übertragung des per Windkraft erzeugten Stroms nötigen Kabel müssen verlegt werden. Die Abnahme der Anlagen schließt sich an. Danach könne in drei bis vier Wochen die Einspeisung des umweltfreundlichen Stroms in das Netz der Stadtwerke beginnen, schätzt Eva Huth. Jede der Anlagen produziert im Jahr fünf Millionen Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Bedarf von 1.450 Haushalten.

(Ellen Bultmann, WN)


 


 

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