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  • 24.06.2014, 13:05 Uhr
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  • Münsterland / Osnabrück
Windpark-Lärmbelastungs-Studie

Anwohner empfinden Windenergieanlagen-Geräusche meist ähnlich wie Verkehrslärm

Windparkgeräusche als vergleichbar mit Verkehrslärm empfunden

„Mehrheitlich bewerten die Befragten den Windpark eher positiv. Von ihm geht grundsätzlich keine Belästigung aus“, stellt die Umweltpsychologin mit Blick auf Wilstedt fest. Selbst wer sich durch den Windpark belästigt fühle, sei zwar kritischer, lehne ihn aber nicht pauschal ab. „Eine Minderheit von zehn Prozent der Befragten erlebt zwar eine ziemlich starke Geräuschbelästigung“, sagt Hübner, „insgesamt aber werden die Windparkgeräusche als vergleichbar mit Verkehrslärm empfunden. Unter speziellen Bedingungen würden Windparkgeräusche gehäuft als unangenehm wahrgenommen, etwa in der Nacht oder bei einer bestimmten Windrichtung, „obwohl die zulässigen Grenzwerte der WEA-Anlagen eingehalten wurden“, betont Hübner.

Weitere Forschungen notwendig

Die Aufzeichnungen deuteten als Hauptverursacher auf eine sogenannte Amplitudenmodulation: „Geräusche, die als Wummern und Rauschen beschrieben werden und die nicht gleichmäßig sind, sondern in ihrer Stärke kurzzeitig schwanken.“ Dies könne als belastend erlebt werden, weil die Unregelmäßigkeit der Geräusche Aufmerksamkeit auf sich ziehe und dadurch als störend empfunden werde. Die genaue Ursache der Amplitudenmodulation müsse durch weitere Forschungen geklärt werden. Hübner zu weiteren Ergebnissen: „Über den Zeitraum des Forschungsprojekts hinweg nahm die ohnehin geringe Ausgangsbelästigung sogar leicht ab.“ Passend dazu sei der Anteil der Personen mit geräuschbedingten Stressbeschwerden wie Schlafproblemen oder Ärger und Gereiztheit von zehn auf sieben Prozent gesunken, „zudem nahm die Anzahl der Symptome ab“. Eine positive Wirkung der geänderten WEA-Betriebsmodi auf die Belästigung habe nicht nachgewiesen werden können.

Ergebnisse können auch auf andere Windparks übertragen werden

Da sich die durchschnittliche Belästigung durch Windparkgeräusche in Wilstedt nicht von einer Vergleichsstichprobe mit 13 anderen Windparks unterscheide, sei Wilstedt kein Sonderfall. Schötz: „Die von dort stammenden Ergebnisse können daher auch auf andere Windparks übertragen werden.“

(Redaktion)


 


 

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