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  • 07.06.2014, 07:15 Uhr
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  • Münsterland / Kreis Borken
Wirtschaftsraum Borken

Industriesektor wächst weiter

Nirgendwo im Münsterland arbeiten mehr Menschen in der Industrie als im Kreis Borken. Aber auch hier hat der Dienstleistungssektor längst die Nase vorn.

Viele Grün- und Ackerflächen, Burgen und Schlösser. Das Westmünsterland erinnert nicht gerade an eine Industrieregion. Dabei haben nirgendwo im Münsterland mehr Menschen ihren Arbeitsplatz im produzierenden Gewerbe als im Kreis Borken. Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Bereich lag 2013 bei knapp 43 Prozent – im Vergleich zu gut 32 Prozent im gesamten Münsterland und knapp 30 Prozent in Nord-Westfalen. 1980 war die Quote für Borken zwar noch bei mehr als 60 Prozent. Im selben Zeitraum ist aber auch die Zahl der Gesamtbeschäftigten von 87.000 auf 125.000 gestiegen.

Zugleich erlebte der Dienstleistungssektor einen Boom: Der Anteil der Beschäftigten stieg von 35 auf 55 Prozent. Aktuell sind rund 69.000 Menschen bei Banken, Versicherungen, IT-Unternehmen und Einzelhändlern angestellt. 1980 waren es weniger als die Hälfte. „Der sogenannte tertiäre Zweig hat immens aufgeholt“, sagt Hans-Bernd Felken, Geschäftsbereichsleiter der IHK Nord Westfalen in Bocholt.

Nahrungsmittelindustrie, Maschinenbau und Textilindustrie ganz vorn

Aber auch die Industrie verzeichnet weiterhin Wachstumsraten. 2012 erzielte der Sektor 8 Milliarden Euro Umsatz, 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die umsatzstärksten Branchen sind die Nahrungsmittelindustrie, der Maschinenbau und die Textilindustrie. Fast 40 Prozent erwirtschaften die Unternehmen heute im Ausland. Zum Vergleich: 1980 betrug der Exportanteil 16 Prozent.

Mehr als die Hälfte derWaren und Dienstleistungen geht in Länder innerhalb der EU. Weitere wichtige Handelspartner sind die USA, die ehemaligen GUS-Staaten, China, Indien und die Türkei. „Im Kreis Borken gibt es viele kleine und mittelständische Unternehmen mit Weltrang“, berichtet Felken. Ein Grund dafür, dass die Region vergleichsweise gut durch die Finanzkrise gekommen sei.

Bei Berufen im industriell-technischen Bereich im gesamten Münsterland auf Platz 1

Auch bei den Lehrstellen hat das Westmünsterland die Nase vorn. Laut IHK-Statistik wurden im vergangenen Jahr 1819 Verträge abgeschlossen, 230 mehr als im Jahr 2009. Bei den Berufen im industriell-technischen Bereich, so Felken, sei der Kreis Borken im gesamten Münsterland auf Platz 1. Im Vergleich mit den anderen Kreisen und der Stadt Münster rangiere das Westmünsterland zudem in der Gesamtstatistik der neuen Berufsausbildungsverträge ganz vorne. „Die Unternehmen sind sich darüber im Klaren, dass sie auf qualifizierten Fachkräftenachwuchs angewiesen sind“, erklärt der IHKBereichsleiter. Zugleich hat die Region aber auch eine der niedrigsten Abiturquoten im Land. Einen Nachteil sieht Felken darin nach eigenen Angaben nicht.

Insgesamt könne sich das Ergebnis des Geschäftsmodells angesichts einer dynamischen Wirtschaftsentwicklung durchaus sehen lassen. Die Arbeitslosenquote ist in den vergangenen Jahren fast stetig gesunken: Von 5,9 Prozent im Jahr 2009 auf aktuell 4,4 Prozent. Sie liegt damit weit unter dem Landesdurchschnitt von zurzeit 8,4 Prozent.

(Katja Niemeyer)


 


 

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