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  • 13.11.2014, 15:18 Uhr
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  • Münster / Bochum
Wirtschaftstag 2014

Digitalisierung braucht Selbstverantwortung

Ob der Kampf um Nachwuchskräfte in den sozialen Medien, die Erschließung von neuen Märkten oder das Dauerthema Datensicherheit: Zur Wochenmitte beschäftigten sich 2.700 Mittelständler aus Rheinland und Westfalen mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Sie trafen sich im Bochumer RuhrCongress auf dem 14. Wirtschaftstag der Volksbanken, Raiffeisenbanken, Spar- und Darlehenskassen, dem wohl größten Mittelstandstreffen in Deutschland und einem der ganz großen in Europa.

„Handwerk, Handel, Dienstleistung und Genossenschaftsbanken sind die Aktivitäten von Google, Facebook, Amazon, Pay Pal, Twitter, Whatsapp alles andere als egal“, hatte der Vorsitzende des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV), Ralf W. Barkey, zu Beginn des Wirtschaftstages gesagt: „Natürlich bewegt uns die Revolution in unserer Medienlandschaft. Und was ist mit dem Schutz vor Hackern, Neppern, Industriespionen?“

Die Inhaber und Entscheider in kleinen und mittleren Unternehmen brauchten tatsächlich Unterstützung bei der Suche nach Antworten, so Barkey weiter. Allerdings sei die Idee aus Forschung und Politik, Mittelstands- und Anwendungszentren zu gründen und als Ansprechpartner zu positionieren kein Allheilmittel: „Ich vertraue da eher auf genossenschaftliche Werte und damit auf die Kraft von Selbstverantwortung, Selbsthilfe und Selbstverwaltung.“ Der RWGV-Vorstandsvorsitzende vertrat die Ansicht, dass die meisten Mittelständler sehr gut wüssten, was gut sei für ihr Unternehmen: „Und sie wissen auch, dass so mancher Anbieter für Digitalisierungslösungen auch auf das Thema Angst setzt.“

„Alte Geschäftsmodelle werden abgelöst – von neuen Geschäftsmodellen!“

Ob Lego überleben kann in einer Zukunft, die 3-D-Drucker kennt, wurde in den von Nachrichtenfrau Judith Rakers moderierten Talkrunden anschließend genauso intensiv diskutiert wie der Rat, dass Mittelständler Menschen einstellen müssen, die bewusst anders leben als sie: „Alte Geschäftsmodelle werden abgelöst – von neuen Geschäftsmodellen!“ Motto: „Spielzeugbranche oder Taxiunternehmen – nichts bleibt, wie es derzeit ist.“

Im Gespräch mit Sportreporter Peter Großmann berichtete BVB-Chef Hans-Joachim Watzke, mit die Borussia aus Dortmund den deutschen Fußballfans mit digitalen Mitteln „Echte Liebe“ zu vermitteln versucht. In einem kurzen Werbespot beispielsweise: Über die sozialen Medien verteilt Schwarzgelb dort das von den eigenen Anhängern montags gespendete, überschüssige Adrenalin. Bedürftige Abnehmer – so die Aussage des witzigen Kurzfilms – finden sich unter anderem in Leverkusen und Sinsheim, in Gelsenkirchen und München.

(RWGV e.V.)


 


 

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