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  • 10.10.2013, 09:57 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Wissenschaftler-Treffen

Lassen sich Spekulationsblasen vorhersagen?

Es ist wie die berühmte Suche nach dem Gral: Internationale Wissenschaftler trafen sich gestern am Institut für Ökonometrie der Universität Münster, um über die Möglichkeiten der Vorhersage von Spekulationsblasen zu diskutieren.

Wenn Prof. Dr. Bernd Wilfling wüsste, was ganz viele Menschen wissen wollen, dann wäre er vermutlich ein gemachter Mann. Anleger, Politiker, Ministerien: Immer wieder erhält Wilfling, der am Institut für Ökonometrie der Universität lehrt, nach eigenen Angaben Anfragen, ob sich Spekulationsblasen vorhersagen und damit vor dem Platzen entschärfen lassen. „Würde uns das gelingen“, sagt Wilfling, „dann hätten wir den Gral gefunden.“

Dennoch trafen sich am Mittwoch internationale Experten, um über die Vorhersage von Spekulationsblasen zu diskutieren. Immerhin dies ist möglich, sagt Wilfling: „Spekulationsblasen im Nachhinein als solche zu identifizieren.“ Oder Ereignisse, die lange Zeit als Blasen galten, als ganz normale Reaktion auf Angebot und Nachfrage zu enttarnen.

Die rasante Dollaraufwertung in den 1980er Jahren – eindeutig Folge von Spekulationen, meine Wilfling. Die Internetblase Anfang des neuen Jahrtausends – ebenso. Die darauffolgenden Bewegungen an den Aktienmärkten – wohl eher eine ganz normale Entwicklung.

Vorhersagen wie ein Blick in die Glaskugel

Und aktuell? Sind irgendwelche Blasen, die die Vermögen von Anlegern vernichten und womöglich Volkswirtschaften ins Trudeln bringen könnten, in Aussicht? Wilfling ist unsicher. Womöglich, sagt der Wissenschaftler, beruht der aktuelle DAX-Stand auf reinen Spekulationen. „Zwei Mal wurde die 8.000er-Grenze überschritten, jedes Mal handelte es sich um Blasen.“ Nun wurden die 8.000 Punkte wieder gerissen, „die große Frage ist, was jetzt passiert“. Ein großer Knall? Wilfling weiß es nicht, schließlich – siehe oben – hat er keine hellseherischen Fähigkeiten.

Noch über etwas anderes machten sich die Wissenschaftler Gedanken. Wie man Blasen anstechen kann, bevor sie platzen – und sie so gewissermaßen zu entschärfen. Endgültige Antworten gab es am Mittwoch nicht, wohl aber die Aussage, dass sich die Forschung verstärkt mit diesem Thema befassen werde.

(Martin Kalitschke)


 


 

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