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  • 25.06.2014, 09:36 Uhr
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  • Münster / Münsterland
WN-Wissensimpulse

Marc Gassert: „Willenskraft kann trainiert werden“

Anderen Menschen Tipps zu geben, sei leicht: „An deiner Stelle würde ich das so oder so machen. Versuch‘s mal – zack, zack, zack und fertig!“ Möchte der Ratgeber hingegen sein eigenes Leben ändern, spüre er, wie viel Kraft das kosten könne.

„Je wichtiger die Entscheidung und so bedeutender die Konsequenz, desto größer ist der Aufwand“, erklärte Marc Gassert. Es brauche einen starken Helfer. „Disziplin: Nicht das Anfangen wird belohnt, sondern das Durchhalten“ lautete das Thema des Coaches in der Reihe „Wissensimpulse“ der Wetsfälischen Nachrichten am Montagabend im Schloßtheater.

Marc Gassert hat Disziplin trainiert, körperlich und mental – in Asien lernte er Kampfkünste, erwarb Meistergrade in Karate, Taekwondo, Shaolin Kung Fu. In Tokio studierte er Japanologie, in München Kommunikationswissenschaft und interkulturelle Kommunikation.

Es sei schon für Kinder wichtig, sie für ein Vorhaben zu motivieren, „ihnen beizubringen, auszuharren und Resilienz zu entwickeln“, so Gassert. Also die Fähigkeit, auf veränderte Bedingungen reagieren zu können. Perfektionismus wiederum schade „manchmal mehr, als dass er hilft. Obwohl er ein Antrieb ist“, erklärte der Coach.

Gassert hat sich in seinen Ausbildungen mit asiatischen Philosophien und Weltanschauungen beschäftigt. Ein kosmisches Gesetz in Asien laute: „Die Dinge wachsen oder sie nehmen ab.“ Diese Dynamik könnten sich die Zuschauer vorstellen wie einen Muskel, „der trainiert wird und wächst oder nicht und schwächer wird“.

Willenskraft kann trainiert werden

Es brauche Willenskraft, und die könne trainiert werden, so Gassert weiter. „Wenn Ihre Energie am Ende des Arbeitstages fast aufgebraucht ist, kommen Sie um das leckere Schokotörtchen vielleicht nicht umhin“, gab er ein Beispiel fürs Nachgeben. Dem lachenden Publikum servierte er aber auch ein Kurzvideo von Schauspieler Arnold Schwarzenegger. Der Ex-Bodybuilder und Ex-US-Senator raunt darin: „Put that cookie down! Now!“ („Leg den Keks weg! Sofort!“)

Angst fördere nicht. Doch ein positives Gefühl: „Falls Sie am Tag viel geschafft haben und abends froh darüber sind, kommen Sie mit einem beschwingten Gefühl nach Hause“, so Gassert. Der Tag sei also gut gelaufen und dadurch ein angenehmes Gefühl entstanden. Er empfahl – wenn möglich –, mehrere solcher Tage in die Woche einzubauen: „So lade ich meinen Akku auf und bekomme viele Dinge erledigt.“

Zuweilen sei es besser, statt mit Kraft durch eine Wand zu wollen, Türen zu nehmen. „Nutzen Sie die Energie, die in dem System steckt“, empfahl er. Und: „Wenn Sie etwas so ritualisiert haben, dass es keine Anstrengung mehr bedeutet, machen Sie es nicht mehr mit Überwindung.“

WN-Wissensimpulse

Die Reihe „Wissensimpulse“ wird ab Herbst mit weiteren zehn Veranstaltungen fortgesetzt. Los geht es am 8. September (19.30 Uhr) mit Mentaltrainer Thomas Baschab. Sein Thema: „Geht nicht, gibt‘s nicht! Herausforderungen annehmen.“ Alle Termine finden im Veranstaltungssaal des Factory-Hotels statt (An der Germania Brauerei 5). Karten gibt es im Vorverkauf bei Sprecherhaus, Telefon  0 25 61.69565170 und via Internet.

(Klaus Möllers, WN)


 


 

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