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  • 21.03.2013, 10:25 Uhr
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  • Münster
WN-Wissensimpulse

Tipps für schwierige Gesprächslagen

Der Schauspieler Michael Rossié, der als Kommunikationstrainer arbeitet, war zum Thema „Souveränes Verhalten in schwierigen Gesprächen“ zu Gast in der Reihe der WN-Wissensimpulse im Schlosstheater in Münster.

„Der Ton macht die Musik“, sagt Michael Rossié. Und dabei vor allem der Unterton, der unabhängig von den Worten aussagt, was eigentlich gemeint ist. „Wir merken es, wenn wir belogen werden, wollen es aber nicht wahrhaben.“

Jeder, der etwas anders sage, als er es meine, falle auf, erklärt der Referent. Und an vielen Beispielen macht er das deutlich – sehr zur Freunde des Publikums, das sich an manchen Stellen auch ertappt fühlte. Pausen oder Betonungen an den falschen Stellen zeigten oft, dass der Sprecher mit Tricks arbeite. Tricks, die auffallen. Wer im Seminar gelernt habe, Kunden immer mit Namen anzureden, der sei nicht höflich, sondern nerve. Auch wenn ihm das unter Kundenorientierung verkauft worden sei.

Rossié riet seinen Zuhörern, echt zu bleiben, sich nicht zu verbiegen und damit sympathisch und authentisch rüberzukommen. „Das merken wir“, betonte der Sprecherausbilder.

Auch schriftlich kommen Töne rüber: Ein Schild in der Firmenküche mit der Aufschrift „Bitte räumt eure Tassen gefälligst in die Spülmaschine“, werde garantiert dafür sorgen, dass Tassen künftig obendrauf abgestellt werden. „Und eine E-Mail in Großbuchstaben bringt mich in Rage“, so Rossié. Ein weiterer Tipp war, in Gesprächen schnell auf den Punkt zu kommen. Wer kritisieren will und erst lange lobe, habe dem Gegenüber bereits signalisiert, dass das „aber“ noch kommt. Vom Verstellen der Stimme rät Rossié ebenfalls ab. Wenn Chefs vom Führungskräfteseminar zurückkommen, hauchen sie immer so – das soll Vertrauen schaffen, macht aber misstrauisch.

Tipps gegen Killerphrasen

Tipps gegen sogenannte Killerphrasen wie „das bringt doch gar nichts“ hatte er auch parat: Auf den Unterton achten und fragen, warum der Gesprächspartner jetzt wütend oder genervt ist. Zumeist habe das nichts mit dem konkret abgelehnten Vorschlag zu tun. Zuletzt empfiehlt Rossié noch, „Waffen“ in der Tasche zu haben. Wer sich in Gedanken jede Verfehlung seines Partners in einem „Rabattmarkenheftchen“ aufschreibe und dieses dann, wenn es voll ist, heraushole, könne alles einmal rauslassen. „Dann haben Sie wenigstens darüber gesprochen.“

Wenn der Vorgesetzte schreit und ihm die Sekretärin dann mitteile, dass dieser Ton sie erotisiere, dann sei es mit dem Schreien garantiert vorbei. „Diese Waffe wird die Sekretärin nie rausholen, aber es tut ihr gut, sie dabeizuhaben.“

(Marion Fenner)


 


 

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