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  • 30.01.2013, 09:34 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Wochenmarkt-Probleme

Erster Händler verlässt den Wochenmarkt auf dem Domplatz in Münster

Seit 80 Jahren gehörte er mit seinem Stand zum gewohnten Bild des Wochenmarkts auf dem Dom. Jetzt schließt er seinen Stand und sucht nach Alternativen in anderen Städten.

Markus Rogge ist überzeugt: „Ich werde nicht der letzte Händler auf dem Domplatz sein, der aufgibt.“ Schweren Herzens, sagt er, habe er jetzt zum letzten Mal seinen Stand auf dem Markt aufgebaut. Dort, wo seine Familie seit 80 Jahren mit Kartoffeln, Obst und Gemüse handelt. Markus Rogge zog den Schlussstrich. Die Umstände rund um den Markt seien miserabel, sagt der Händler aus Milte. Der wöchentliche Negativertrag sei auf Dauer nicht mehr zu verkraften. 300 bis 400 Euro, schätzt der Betriebswirt, legte er jeden Mittwoch drauf.

Dem Händler blieb demnach keine Wahl. Gespräche mit dem Ordnungsamt führten nach Angaben von Rogge zu keiner Lösung. Der Mittwochsmarkt sei an den Samstagsmarkt gekoppelt. Doch der Mittwochsmarkt, so Rogge, „läuft seit knapp fünf Jahren besonders schlecht“. Oft genug habe er den Vorschlag gemacht, diesen Markt kleiner zu machen und neu zu ordnen. Diese Idee habe kein Echo gefunden.

Der Händler aus Milte spricht von einer schleichenden Entwicklung. Aus dem Wochenmarkt auf dem Domplatz sei inzwischen ein Imbissmarkt geworden, kritisiert er. Die Imbissstände liefen sehr gut, die traditionellen Stände müssten sich anstrengen. Zudem habe sich das Kaufverhalten der Kunden verändert. Auch der Wegfall der Parkplätze zeige Folgen. Markus Rogge befürchtet, „dass der Parkplatz nach der Umbauphase an der Pferdegasse nicht wiederkommen wird“. Wenn die Kunden einmal weg blieben, so der Händler, dann seien sie für immer weg. Kunden hätten ihn sogar angerufen und bedauert, dass sie nicht mehr kommen könnten, weil ihnen der Weg bis zum Aegidiiparkhaus zu weit sei. Nicht zuletzt aber habe auch die Dombaustelle dazu beigetragen, dass der Markt weniger besucht werde, sagt Rogge.

Kritik am Ordnungsamt

Der Obst- und Gemüsehändler kritisiert die Zusammenarbeit zwischen dem Ordnungsamt und den Markthändlern. Auf keinem anderen Markt sei diese so schlecht, so der Warendorfer. Er vermisse ein freundliches „Guten Morgen“. Dass es vielleicht ein paar „Sturköppe gibt“, will Horst Werner Koch vom Ordnungsamt nicht verhehlen. In anderen Städten werde er persönlich angesprochen, wenn es auf dem Marktplatz Veränderungen gebe, sagt Rogge. Kosten würden sogar teilweise erstattet. „Wenn ich nicht komme, dann muss ich auch nicht bezahlen“, erklärt er. „In Münster ist es selbstverständlich, dass ich, auch wenn ich Urlaub machen, durchzahlen muss.“

Der Händler aus Milte bedauert, dass viele seiner treuen Kunden richtig ärgerlich gewesen seien. Eine Mitarbeiterin wollte seinen Stand auf dem Domplatz übernehmen, sei aber vom Ordnungsamt vertröstet worden. Sie müsste sich gedulden, sei ihr gesagt worden. Rogge: „Es wird immer so getan, als gebe es eine lange Warteliste, aber nicht für Obst- und Gemüsehändler.“

Warteliste für den Wochenmarkt am Dom

Auf der Warteliste für den Wochenmarkt auf dem Domplatz stehen 25 Betriebe in der Rubrik Obst und Gemüse, 14 Bäcker, sechs Geflügelbetriebe, 23 Metzger und 91 Imbissbetreiber. Wobei diese Liste schon älter ist. Das Ordnungsamt, sagt Horst Werner Koch, ist dabei, die Liste zu aktualisieren und schreibt in diesem Jahr die Interessenten an.

(Redaktion)


 


 

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