Weitere Artikel
  • 22.11.2012, 09:23 Uhr
  • |
  • Münster
Wohn- und Stadbau

Schlange stehen für eine Wohnung

Bezahlbare kleine Mietobjekte werden auch in Münster knapp. Die Wohn- und Stadtbau investiert 30 Millionen Euro in Neubauten.

Nicht nur die Studenten haben derzeit größte Not, in Münster eine bezahlbare Bleibe zu finden. Insgesamt ist der Wohnungsmarkt dicht. Das städtische Unternehmen Wohn- und Stadtbau erlebt in diesem Jahr einen unglaublichen Ansturm von Wohnungsinteressenten. „Wir haben über 6.000 Anfragen vorliegen“, resümiert Geschäftsführer Klemens Nottenkemper. „Aber jährlich werden nur rund 650 Wohnungen frei.“

Ähnlich sieht es beim Immobilienanbieter Sahle aus, der in Münster rund 1.600 Wohnungen vermietet. „Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, aber nicht nur in Münster“, sagt Sahle-Sprecher Michael Sackermann. Viele Wohnungen seien aus der Sozialbindung herausgefallen. „Aber es wurde nicht in gleichem Umfang nachgebaut.“ Für Projekte wie das kürzlich in Gievenbeck fertiggestellte „Haus mit Schwung“ mit 60 Zwei-Zimmer-Wohnungen an der Dieckmannstraße gebe es in Münster eine große Nachfrage. Die Zahl der Klein-Haushalte wächst.

Eine massiv gestiegene Nachfrage nach kleinen Wohnungen in zentraler Lage macht auch die LEG aus, die in Münster zusammen mit der GWN über 6.000 Wohnungen vermietet. Nicht nur Studenten, so Pressereferentin Svenja Poßezker, „wollen gern allein oder in Zweier-WGs wohnen.“ Neubauprojekte plane die LEG derzeit nicht. Poßezker: „Wir kaufen aber zu, wenn uns interessante Pakete angeboten werden.“

Wohn- und Stadtbau investiert in Neubauten

Dagegen investiert die Wohn- und Stadtbau in diesem Jahr 30 Millionen Euro in Neubauten – „10 Millionen mehr als noch im Januar geplant“, wie Geschäftsführer Nottenkemper bemerkt. In diesem Jahr „haben wir 74 Mietwohnungen, davon 72 öffentlich geförderte, fertiggestellt.“ Zudem werde die Wohn- und Stadtbau zwei Wohngruppen mit 16 öffentlich geförderten Appartements, 34 Eigentumswohnungen, acht Kita-Gruppen und 1.300 Quadratmeter Gewerbefläche fertigstellen.

In diesem Jahr sei zudem mit dem Bau von 93 weiteren Mietwohnungen, 32 Eigentumswohnungen und zwei Wohngruppen und acht Gruppen in Kitas begonnen worden. Erfreulicherweise, so Nottenkemper, „sind uns für alle beantragten öffentlich geförderten Mietwohnungsprojekte an der Scheibenstraße, an der Gasselstiege, an der Gartenstraße und am Juffernbach öffentliche Mittel zugesagt worden.

In einer konkreten Planungsphase befinden sich laut Nottenkemper 53 Wohnungen an der Sebastiankirche, 44 Wohnungen an der Ecke Grevener Straße/Steinfurter Straße und Studentenwohnungen an der Corrensstraße für 120 Personen.

Anfang kommenden Jahres sollen übrigens alle Wohnungen in der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche am Friesenring bezogen werden. In dem fünfgeschossigen Gebäude sind nur noch 500 Quadratmeter Bürofläche frei. Auch die 18 Appartements, die neben der Kirche gebaut wurden, sind bereits vermietet, heißt es.

Das Interesse, in der Stadt zu wohnen, nimmt zu, so Nottenkemper. „Für etwas Entspannung werden mittelfristig die aufgegebenen Britenstandorte mit den dazugehörigen Wohnungen sorgen.“ Trotzdem sei eine Erhöhung des Mietspiegels in Münster zu erwarten.

(Karin Höller-Zwilling)


 


 

Klemens Nottenkemper
Michael Sackermann
Svenja Poßezker
Münster
Wohn- und Stadtbau
Eigentumswohnungen
Nottenkemper
Neubauten

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Klemens Nottenkemper" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: