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  • 21.06.2013, 12:14 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Zeitarbeitsfirmen

Branche kämpft gegen das schlechte Image

Die Zeitarbeit hat kein gutes Image. Beim Bundeskongress des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (IGZ) wurde gestern in Münster über die Lage der Branche diskutiert.

Ariane Durian weiß, dass die Zeitarbeitsbranche ein Imageproblem hat. „Die Gesellschaft muss uns akzeptieren“, nannte die Bundesvorsitzende des Interessenverbandes Zeitarbeit (IGZ) am Donnerstag ein Ziel ihrer Arbeit. Beim Bundeskongress des IGZ in Münster machte Durian deutlich: „Die Zeitarbeit besteht aus einer Herde weißer Schafe und nur ganz wenigen schwarzen Schafen.“ Um den Ruf der Branche zu verbessern, habe man sich kürzlich einen Ethik -Kodex gegeben, betonte die Verbandsvorsitzende.

Als Hauptgeschäftsführer des IGZ betonte Werner Stolz die Bedeutung des Verbandes, der seit der Gründung vor 15 Jahren seinen Sitz in Münster hat. „Wir sind der Verband der Mittelständler in der deutschen Zeitarbeitslandschaft“, so Stolz. Mit knapp 2800 Mitgliedsbetrieben sei der IGZ in Deutschland führend.

Ein Lob für die Branche hatte auch der Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Ralf Brauksiepe, aus Berlin mitgebracht: „Die Zeitarbeit hat erheblich dazu beigetragen, dass gering Qualifizierte und Arbeitslose wieder eine Chance auf sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten bekommen haben.“

Den auch für die Bundesregierung unumstößlichen Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, sieht Brauksiepe auch dann noch umgesetzt, wenn die Berufserfahrung bei der Entlohnung berücksichtigt wird. Die Tarifpartner müssten alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine gleiche Bezahlung zu erreichen. Die Bundesregierung mache aber keine konkreten Vorgaben.

Die großen Chancen, die Zeitarbeit für gering Qualifizierte bedeutet, hob auch Hans-Peter Klös hervor: „Knapp 30 Prozent der Zeitarbeitnehmer hat keine abgeschlossene Berufsausbildung“, stellte der Abteilungsleiter des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln dar. Auch für die regulären Belegschaften in den Unternehmen biete der Einsatz von Zeitarbeitskräften Vorteile. „Die Stammbelegschaften werden stabilisiert“, so Klös.

Lutz Bellmann, Professor am Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, kritisierte die geringen Weiterbildungsmöglichkeiten für Zeitarbeitnehmer. Während die Weiterbildungsquoten bei „normalen“ Arbeitnehmern 2012 bei über 60 Prozent gelegen habe, liege dieser Wert bei Leiharbeitern lediglich zwischen 20 und 30 Prozent.

(Redaktion)


 


 

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