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  • 21.05.2013, 11:05 Uhr
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  • Münster
Zivilstreife nach Beschwerden

Punks pöbeln in Münsters Windthorststraße

Seit einigen Wochen hat sich eine Gruppe von Nichtsesshaften auf der Windthorststraße niedergelassen und sorgt für Anwohner-Beschwerden. Jetzt will das Ordnungsamt die Situation von Zivilstreifen beobachten lassen.

Wo kommen die offenbar Nichtsesshaften von der Windthorststraße her? Wo schlafen die Punker nachts? „Uns ist diese Gruppe aus dem Stadtgebiet Münster nicht bekannt“, sagt Ordnungsamtsleiter Martin Schulze-Werner. Streetworker des Sozialamtes suchen deshalb den Kontakt zu den bis zu zwölf Personen, die sich seit drei Wochen zwischen dem Fotofachgeschäft Köster und dem Hörgeräteakustiker Geers breitgemacht haben.

Die Geschäftsleute sind darüber nicht glücklich. Sie klagen darüber, dass die Männer und Frauen schon morgens Bier trinken und laut Musik hören würden. Dazu käme der Unrat vor allem in Hauseingängen. Einige würden Passanten anbetteln und anpöbeln. „Die Gruppe hat offensichtlich eine andere Qualität als die uns bekannten Punker am Lackmuseum“, so Schulze-Werner.

Um sich ein authentisches Lagebild zu verschaffen, setzt das Ordnungsamt Zivilstreifen ein, die die Situation vor Ort beobachten. „Bleibt alles im Rahmen, muss man eine solche Gruppe in einer Großstadt hinnehmen“, sagt Schulze-Werner.

Händler sprechen von deutlichen Umsatzeinbußen

„Jeder, der an der Gruppe vorbeigeht, bekommt einen Spruch reingedrückt. Junge Frauen werden angemacht“, sagt Henry Köster. Die meisten Passanten würden einen großen Bogen um die Gruppe in der Mitte der Fußgängerzone machen.

„Die Stadt muss das regeln“, sagt Daniel Eroglu von „Jacob Juwelen“. Seine Kunden würden an den Schaufensterscheiben angebettelt. „Die Gruppe ist massiv geschäftsschädigend, weil unsere vor allem ältere Kundschaft ausbleibt“, sagt Thomas Hülsbömer von Hörakustik Geers.

Das Ordnungsamt war bereits mehrmals vor Ort. „Wir trafen auf sechs angetrunkene Personen, die nicht zur sonst bekannten Punker-Szene gehören“, bestätigt Ordnungsamtsleiter Martin Schulze-Werner. Sie seien belehrt worden, ein Platzverweis sei nicht ausgesprochen worden. „Wir werden die Situation beobachten. Vor allem, ob sich die Gruppe dort dauerhaft niederlässt“, so Schulze-Werner.

Die Polizei verzeichnet seit Ende April sieben Einsätze auf der Windthorststraße. Dabei ging es um Ruhestörungen und Belästigungen. „Ein strafrechtlich relevantes Handeln ist uns aber bislang nicht bekannt“, sagt Polizeisprecher Jan Schabacker.

Die Verschärfung des Bettelgesetzes könnte Abhilfe schaffen

„Viele Besucher fühlen sich auf der Windthorststraße nicht mehr wohl. Wir haben hier ein dringendes soziales Problem“, sagt CDU-Sozialpolitiker Richard Halberstadt. Halberstadt sieht Stadt und Polizei in der Pflicht, bevor die Windthorststraße zum sozialen Problemfall wird. „Wir haben nichts gegen Randgruppen im Bahnhofsviertel.“ Aber es müsse auch Rechte und Respekt gegenüber den Anwohner und Geschäftsleuten geben, so Halberstadt. Er denkt laut darüber nach, dass das Bettelgesetz, das der Rat vor Jahren verabschiedet habe, verschärft werden müsse.

(Ralf Repöhler)


 


 

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