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  • 25.03.2013, 10:10 Uhr
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  • Münster
Zwei Münsteraner gefasst

Skulptur von Kupferdieben zerstört

Zwei Münsteraner wurden am Freitag von der Polizei festgenommen. Die Männer gaben zu, in zehn Fällen seit Anfang März Kupferdiebstähle begangen zu haben. Sie wurden nach der Vernehmung zunächst entlassen, dürfen sich jetzt aber auf ein umfangreiches Strafverfahren einstellen.

Mit großer Fassungslosigkeit haben viele Nienberger auf die Zerstörung der Skulptur „Begegnung“, die vor dem Lydia-Gemeindezentrum steht, am Freitagmorgen reagiert. Beide lebensgroßen Kupferdarstellungen eines Mannes und einer Frau waren in der Nacht zu Freitag aus der kreisrunden Außenform herausgebrochen worden. Der Kupfer-Klau sorgt in den letzten Tagen auch in anderen münsterischen Stadtteilen für Unruhe.

Wie die Polizei berichtete, hatten sich die Ereignisse am Freitagmorgen überschlagen. Gegen 7.30 Uhr teilte ein Anrufer in der Polizei-Zentrale mit, dass die Kupferstatuen entwendet worden seien. Eine Streifenwagenbesatzung machte sich auf den Weg, um den Diebstahl aufzunehmen.

Noch während die Polizisten vor Ort Spuren sicherten und Zeugen befragten, teilte der nächste Anrufer verdächtige Beobachtungen im Bereich Hessenbusch zwischen Coerde und Gelmer mit. Verdächtige Männer würden dort schwere Gegenstände aus dem Wald holen und sie zu einem nahe gelegenen Schrotthändler transportieren.

Die Polizisten in Nienberge hörten den Einsatz am Funk mit und vermuteten bereits Zusammenhänge mit der Nienberger Tat. Zwei weitere Streifenwagenbesatzungen eilten dann zum Hessenbusch. Dort bestätigte sich die Annahme der Polizisten.

Die Beamten nahmen direkt einen 29- und 34-jährigen Münsteraner fest, die mit zwei Kupferskulpturen unterwegs waren. Während der Vernehmung gaben sie sofort zu, in zehn Fällen seit Anfang März Kupferrohre von Gebäuden entwendet zu haben. Nach ihren Aussagen sind sie auch für den Diebstahl von Kupferfallrohren an der Pfarrkirche St. Josef in Kinderhaus verantwortlich. Nach ihrer Vernehmung wurden die beiden Münsteraner entlassen. Sie erwartet ein umfangreiches Strafverfahren.

Pfarrer Dr. Oliver Kösters von der evangelischen Kirchengemeinde findet es erschreckend, wie gewalttätig die Diebe vorgegangen sind. „Wenn man überlegt, dass so eine Sache am Tage ausspioniert wird und bei Dunkelheit vollzogen wird, kann man das Risiko und den Nutzen nicht nachvollziehen“, sagte Kösters. Er selbst hat am Donnerstagabend die Kirche um 22 Uhr verlassen, zu dem Zeitpunkt war noch alles in Ordnung. Nach seinen Aussagen hat ein Bauarbeiter am frühen Morgen die Polizei benachrichtigt.

Teschlade-Skulptur steht seit 1985 in Nienberge

Hubert Teschlade schuf die Skulptur „Begegnung“, die seit August 1985 auf dem Rasen vor dem Lydia-Gemeindezentrum steht. Zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, gehen aufeinander zu. Ein großer Kreis verbindet sie zu einer Einheit, aber die nach innen gerichteten Flammen symbolisieren, dass die Menschen Schwierigkeiten damit haben, die Vollkommenheit zu erreichen. Die Symbolik der Plastik des Nienberger Bildhauers sollte nach seinen Aussagen nachdenklich stimmen. Eine Tatsache, auf die der Künstler großen Wert legte. Als katholischer Christ wollte er mit seiner Leihgabe an die beiden Kirchengemeinden ein Zeichen der Ökumene setzen.

(Klaus de Carné)


 


 

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