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  • 10.12.2014, 16:16 Uhr
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  • Deutschland
Nachfolge

Existenzgründung durch Unternehmensnachfolge

Jedes Jahr werden in Deutschland unzählige Unternehmen gegründet und in der Folge auch wieder abgewickelt. Die Firmen, die sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte halten und in ihrem Markt etablieren können, sind meist Aushängeschilder des Mittelstands. Aber auch in diesem Unternehmen kommt einmal die Zeit, in der über die Nachfolge nachgedacht werden muss. Genau an diesem Punkt gibt es eine Alternative zur Gründung eines eigenen Unternehmens: Die Existenzgründung durch Unternehmensnachfolge. Dabei wird ein bereits etabliertes Unternehmen durch einen Gründer komplett übernommen. Was auf den ersten Blick wie eine einfache Aufgabe klingt, ist aber mit ganz eigenen Hürden und Herausforderungen verbunden.

Das Prinzip der Übernahme von Unternehmen

Die Nachfolge von Firmen ist in den meisten Fällen ganz unterschiedlich geregelt. In vielen Szenarien übernehmen Familienmitglieder oder andere Erben den Betrieb. Das passiert meist noch während der Lebenszeit der Inhaber und hat mit einem langen Prozess der Etablierung zu tun. In einigen Fällen haben die Erben aber kein Interesse oder der Inhaber entscheidet sich aus anderen Gründen dafür, die Firma zu veräußern. An diesem Punkt gibt es die Möglichkeit, dass man eine solche Unternehmung übernimmt. Entweder man kauft sie, man pachtet sie oder übernimmt eine andere Form der Finanzierung. Und auf den ersten Blick gibt es für Gründer viele gute Gründe, keine eigene Firma aufzubauen, sondern ein etabliertes Unternehmen zu übernehmen. Hier nur einige der wichtigsten Argumente:

  • Das Unternehmen ist auf dem Markt bereits etabliert. Sowohl der Name wie auch das Image und Produkte wie Leistungen müssen nicht neu eingeführt werden.
  • Es gibt einen festen Stamm an Lieferanten und Kunden, die man nur pflegen und mit neuen Möglichkeiten ergänzen muss.
  • Auch das Personal ist in der Regel bereits vorhanden und muss nicht mehr eingearbeitet werden.

Ein solches Vorgehen und eine Übernahme haben also durchaus ihren Reiz und lassen die Existenzgründung einfach und deutlich ärmer an Risiken erscheinen. Die Platzierung in der Wirtschaft ist nicht mehr nötig und man kann ab dem ersten Tag Geld verdienen. Vom komplexen Prozess einer solchen Übernahme abgesehen, können aber selbst die Vorteile unter den falschen Umständen zu einer Hürde werden.

Das richtige Unternehmen finden und bewerten lassen

Die Schwierigkeit liegt schon darin, dass man die richtige Firma für die eigenen Ambitionen finden muss. Natürlich gibt es ganze Börsen mit Unternehmungen, die ein Interesse an der Übernahme haben, aber bei Weitem nicht jedes kommt bei den eigenen Ansprüchen dafür auch in Frage. So ist es natürlich im Sinne des Gründers, dass es eine Firma aus einer Branche ist, in der bereits Erfahrungen vorhanden sind. Dann stellt sich auch noch die Frage nach der Art und der Finanzierung der Übernahme. Sind hier aber erst einmal ein paar Optionen gefunden, geht es an die eigentliche Arbeit für die Nachfolge. Denn eine der Schwierigkeiten liegt darin, den richtigen Preis für eine Firma zu ermitteln. Natürlich könnte man einfach die Umsätze, Gewinne und Verbindlichkeiten nehmen, der Wert einer Firma ist aber in de Regel tiefgreifender und muss daher genau geprüft werden. Selbst mit Erfahrung im Bereich der Buchhaltung und der Branche sollte man diese Arbeiten lieber einem Profi überlassen. Überhaupt ist die richtige Beratung ein wichtiger Schritt, wenn man sich auf die Existenzgründung durch Unternehmensnachfolge einlässt. Rechtliche Beratung durch einen Fachanwalt hilft nicht nur beim Aufsetzen der Papiere. Sie helfen auch bei der Bewertung und der Prüfung der Bücher. Denn schließlich bekommt man nicht nur eine Firma - sondern wird auch direkt an Schulden beteiligt. Egal ob dies nun Forderungen von Kunden sind oder Steuern, die nicht richtig bezahlt worden sind.

Die Einarbeitung in die gekaufte Firma

Die größte Hürde lässt sich in der Regel darin finden, dass man sich schließlich mit den vielen Dingen arrangieren muss, die bereits vor der eigenen Tätigkeit in der Firma vorhanden gewesen sind. Immerhin haben Mitarbeiter in der Regel über viele Jahre daran gearbeitet, das Unternehmen auf eine spezielle Ebene zu bringen. Wenn die Geschäftsführer mit einem Moment verschwinden oder es einfach zu einem Verkauf kommt, steht der neue Eigentümer in der Regel mit dem einen oder anderen Problem an der eigenen Front. Daher muss man sich bei einer Übernahme vom ersten Moment an Gedanke darüber machen, welche Möglichkeiten vorhanden sind. Im Bereich der Mitarbeiter gilt es auf Feinheiten zu achten. Einige Beispiele, die wichtig sind, wenn man einfach nur eine Firma übernimmt:

  • Verunsicherung: Ein neuer Inhaber sorgt bei den meisten Mitarbeitern für gemischte Gefühle. Von der Pleite der Firma bis hin zu neuen Richtlinien ist alles möglich.
  • Motivation : Selbst dann, wenn alle Mitarbeiter bleiben, liegt die Möglichkeit darin, dass nicht mehr genug Motivation vorhanden ist. Dies gilt es durch Aktionen zu vermeiden.
  • Einarbeitung: Es ist wichtig, dass man sich vom Senior Partner in die Feinheiten der eigenen Firma einweisen lässt.

Es ist also eine Mischung aus Möglichkeiten und Gegebenheiten. Daher ist es wichtig, dass man ein ausreichendes Konzept hat, das mit Eventualitäten verbunden ist.

Langfristiger Erfolg mit der Nachfolge

Wer langfristigen Erfolg anstrebt und die schwere Phase des Übergangs überstehen möchte, sollte zu Beispiel auf den Rat des Vorgängers setzen. Die Senior Geschäftsführer wissen genau, wie die entsprechenden Prozesse und Mechanismen aussehen. Auch die Gründe für die Abgabe der Firma können wichtig sein - eventuelle Probleme lassen sich so frühzeitig erkennen und beheben. Bei der Unternehmensnachfolge kann man daher vor allem dann Erfolg haben, wenn man alle möglichen Stellen für die Beratung für sich nutzt. Zusammen mit dem Senior Partner, der eine wichtige Rolle spielt, gibt es auch noch die bereits angesprochene Beratung durch Anwälte und Prüfer. Sie sind dafür zuständig, die entsprechenden Zahlen genau unter die Lupe zu nehmen und die Formalitäten zu regeln. Wer sich also bei der Übernahme auf ein gutes Team verlässt, ein umfassendes Konzept entwirft und sich schnell in die Firma einarbeitet, hat hier die größten Chancen auf eine erfolgreiche Gründung durch Unternehmensnachfolge.

(Redaktion)


 


 

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