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Krankheitsfall

Rechtsfall des Tages: Was muss ich als Arbeitnehmer im Krankheitsfall beachten?

Zunächst wäre einmal wichtig zu wissen, ab wann man überhaupt eine Krankschreibung benötigt. Der Gesetzgeber sieht vor, dass man drei Tage ohne Krankschreibung am Arbeitspatz fehlen darf. Darüber hinaus ist eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit nötig. Gleich am Morgen des ersten Tages muss aber schon die Krankmeldung beim Arbeitgeber erfolgen.

Seit Jahren geht aber die Zahl der Krankschreibungen bei Arbeitnehmern stetig zurück. Der Grund dafür ist in vielen Fällen die Angst vor der Kündigung. Dies liegt oftmals auch daran, dass so mancher Chef seine Mitarbeiter trotz Krankheit zum Arbeiten „ermutigt“. Doch das ist nicht erlaubt, wenn bereits eine ärztliche Krankschreibung vorliegt. Denn wer vom Arzt krankgeschrieben wurde, darf gar nicht arbeiten – auch nicht in betrieblichen Notfällen. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitnehmer freiwillig zur Arbeit gehen möchte, weil er sich beispielsweise schon vor Ende der Krankschreibung wieder besser fühlt.

Bleibt man dann mit der Krankschreibung zu Hause, stellt sich für viele Arbeitnehmer die nächste Frage: Was darf man in der Zeit überhaupt machen? Darf man einfach in der Stadt spazieren oder einkaufen gehen oder kann man dafür vom Arbeitgeber eine Abmahnung kassieren? Dies hängt vorwiegend von der Art der Krankheit und der Situation ab. Das heißt, dass man sich so verhalten muss, wie es die Krankheit zur Genesung erfordert. Wer also Grippe hat und Bettruhe halten sollte, sollte nicht ins Kino gehen oder bei Kneipenbesuchen gesehen werden- das kann im Betrieb Folgen in Form einer Abmahnung haben. Anders jedoch Arbeitnehmer, die wegen psychischer Probleme krankgeschrieben wurden. Wer beispielsweise unter Depressionen leidet, dem ist nicht zuzumuten, den ganzen Tag zu Hause zu verbringen. Schließlich wäre dies auch für die Genesung eher kontraproduktiv.

Andererseits stellt sich noch die Frage nach der Bezahlung während der Krankheitsphase. Während der ersten sechs Wochen bekommt der Arbeitnehmer dann noch den vollen Lohn von seinem Arbeitgeber. Danach übernimmt dies auf Antrag die Krankenkasse, wobei es sich dann nicht mehr um die voll Höhe handelt, sondern um 70 % des Gehaltes. Das steht dem Arbeitnehmer dann maximal 78 Wochen in drei Jahren wegen derselben Krankheit zu, wobei die Berechnung ab dem ersten Tag der Krankheit zu erfolgen hat.

Wer während der Krankheitsphase Angst vor der Kündigung hat, sollte bedenken, dass dies nur in Ausnahmefällen zulässig ist. Es handelt sich dabei nämlich um eine sogenannte personenbedingte Kündigung, die hohen gesetzlichen Hürden unterliegt. Ein solcher Fall läge beispielsweise vor, wenn ein Arzt attestieren würde, dass der Arbeitnehmer gar nicht mehr seiner Arbeit nachgehen kann. Dies kann im Streitfall auch vor dem Arbeitsgericht geklärt werden, welches dann beurteilt, ob die Kündigung überhaupt rechtmäßig erfolgte.

(Michael Beuger)


 


 

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