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  • 15.01.2010, 14:30 Uhr
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  • Hannover/Wolfenbüttel
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Asse

Atommüll wird aus der Asse geholt

Es gab drei Optionen: Entweder sollten die Fässer umgelagert, die Kammern mit Spezialbeton gefüllt oder der Atommüll aus dem Lager herausgeholt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat sich für die dritte Variante entschieden.

Sigmar Gabriel forderte, dass unverzüglich mit den Vorbereitungen für die Rückholung des radioaktiven Mülls begonnen werden müsse. Entscheidend sei ebenfalls, wie die Abfälle in dem Atommülllager in der Nähe von Wolfenbüttel für Transport und Lagerung konditioniert werden müssen.

Bevor allerdings die Fässer aus dem maroden Atommülllager herausgeholt werden können, müssen die Kammern geöffnet und der Zustand der Fässer überprüft werden. Nur so kann eine Langzeitsicherheit gewahrt werden.

Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag begrüßt das Ergebnis vom Bundesamt für Strahlenschutz. „Uns ist klar, dass es gilt, viele technische Fragen vorab zu lösen und Probleme zu bewältigen. Die Rückholung der vielfach undichten Fässer und ihres strahlenden Inhalts wird eine weltweit einzigartige Pionierleistung darstellen“, sagte Petra Emmerich-Kopatsch, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, am Freitag in Hannover.

Hintergrund

Seit vielen Jahren fließt Wasser in das Atommülllager. Der Schacht Asse in der Nähe von Wolfenbüttel ist einsturzgefährdet und soll dauerhaft geschlossen werden. Was mit dem radioaktiven Müll aus der Grube passieren sollte, wurde lange diskutiert. Zur Wahl standen drei Optionen:

  1. Die Umlagerung der Fässer: Um die Fässer umzulagern, müssten sie aus den Kammern geborgen und in tiefere Bereiche gebracht werden. Dafür müssen allerdings neue Schächte mit mehreren hundert Metern tiefe erstellt werden.
  2. Füllung der Kammern mit Spezialbeton: Bei dieser Option wären die Hohlräume in den Müll-Kammern mit einem speziellen Beton aufgefüllt und anschließend wären die Kammern mit Barrierebauwerken eingekapselt worden. Danach hätte das gesamte Grubengebäude mit Sorelbeton verfüllt und die Schächte verschlossen werden müssen.
  3. Das Herausholen des Atommülls: Um an den Müll zu kommen, müssen die Kammern mit den Abfällen maschinell geöffnet und die Fässer über Tage transportiert werden. Bis der Müll abtransportiert werden kann, muss über Tage ein Zwischenlager für den radioaktiven Müll eingerichtet werden.

(Redaktion)


 


 

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