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Niedersachsen präsentieren Biogastechnologie in Südbrasilien

Eine 24köpfige niedersächsische Wirtschaftsdelegation ist am Montag aus Südbrasilien zurückgekehrt. Im Mittelpunkt der vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung und der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) gemeinsam organisierten Reise stand das Thema Biogas.

Mit einem zweitägigen Fachsymposium in Porto Alegre im Bundesstaat Rio Grande do Sul präsentierten die niedersächsischen Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft den brasilianischen Teilnehmern, welches Knowhow Niedersachsen als Deutschlands Agrarland Nr. 1 und in Europa führende Region im Bereich Biogas zu bieten hat.

In seiner Begrüßung sagte der Niedersächsische Staatssekretär und Delegationsleiter Friedrich-Otto Ripke :" Niedersachsen hat die ganze Vielfalt an Technologie und Fachkompetenz, die es braucht, um das Thema Biogas erfolgreich umzusetzen - Betreiber, Wissenschaftler, Berater, Ingenieure und Anlagenbauer. Wir sind Spitze in Europa. Unser Knowhow wollen wir nun in die Welt tragen." Aufgrund seiner Stärke in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sei Rio Grande do Sul in Brasilien daher ein idealer Partner für Niedersachsen, so Ripke weiter.

Die Beiträge der brasilianischen Redner machten deutlich, dass sich die Entwicklung des Biogassektors in Brasilien noch in einem sehr frühen Stadium befindet. Das Interesse an ausländischer Technologie ist dementsprechend groß. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix beträgt in Brasilien bereits heute rund 90 Prozent. Der Großteil davon wird durch Wasserkraft erzeugt. Der Biomasseanteil beträgt hingegen nur ca. fünf Prozent. Rund eine Million m3 Biogas wird Schätzungen zufolge täglich ungenutzt abgefackelt.

Dass Biogas in Brasilien aber längst keine Zukunftsmusik mehr ist, sondern schon bald einen entscheidenden Beitrag für die dezentrale Energieversorgung im ländlichen Raum leisten soll, betonte Cicero Bley, verantwortlich für den Bereich erneuerbare Energien beim brasilianischen Energieversorger Itaipu Bionacional: "Biogas hat in Brasilien hervorragende Chancen in der Gegenwart - für die Erzeugung von Strom und Wärme, aber auch als Treibstoff beispielsweise im Bereich der Elektromobilität." Europäische Technik sei sehr willkommen. Sie müsse aber an die lokalen Bedingungen angepasst, sozusagen „tropikalisiert" werden, erläuterte der Energieexperte. Laut Bley ist Biogas in Brasilien keine Makrolösung, sondern soll dazu beitragen, die Energieversorgung der Landbevölkerung zu verbessern. 

Itaipu Bionacional betreibt in Foz do Iguacu das größte Wasserkraftwerk der Welt. Der dazugehörige Itaipu-Staudamm war neben einer Unternehmerkooperationsbörse und weiteren Betriebsbesichtigungen aus dem Bereich Biogas ebenfalls Bestandteil des Delegationsprogramms. 

Die bilateralen Kontakte zwischen Niedersachsen und Brasilien im Bereich Biogas sollen noch in diesem Jahr weiter vertieft werden. So will eine Expertengruppe von Itaipu Binacional einer Einladung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums zur Agritechnica in Hannover folgen und sich über aktuelle Biogasprojekte in Niedersachsen informieren.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung

(Redaktion)


 


 

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