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BVMW Statement

„Viel Wind und wenig Energiewende“

So beschreibt Jörn Kater, Leiter Metropolregion Hannover des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), die bisherigen Arbeitsergebnisse der rot-grünen Landesregierung Niedersachsens in Sachen Energiewende. „In der sich dem Ende zuneigenden Legislaturperiode wurden zwar Fortschritte beim Wechsel von konventioneller zu regenerativer Energiegewinnung erzielt; die einmaligen Chancen der Energiewende, etwa die Dezentralisierung der Stromversorgung, wurden jedoch nicht einmal ansatzweise genutzt.

Nach wie vor ist die Energiewende in Niedersachsen eine windige Sache. Genauer gesagt ist die Windkraft mit einem Anteil von 60,6 Prozent der Hauptlieferant der im Jahr 2015 im Land produzierten regenerativen Energie. Der Strom von den zwischen Harz und Küste verteilten Windkraftanlagen wird aber nicht etwa vor Ort genutzt, sondern ins allgemeine Stromnetz eingespeist. Damit werden die Vorteile einer regionalen Energieversorgung schlichtweg ignoriert. Als Stimme des Mittelstands fordern wir darum erneut alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf, die Energieversorgung so dezentral wie möglich und so zentral wie nötig zu gestalten. Der Grund: Ein dezentrales Energiesystem wirkt preisdämpfend, weil es den Wettbewerb fördert, verbrauchsnah produziert wird, und somit weniger Übertragungsleitungen errichtet werden müssen. Insgesamt senkt dies die Stromkosten, erhöht die Versorgungssicherheit und steigert die Akzeptanz der Energiewende durch regionale Wertschöpfung.

Ebenso vergeblich wartet der niedersächsische Mittelstand bisher auf Maßnahmen der Landesregierung, die den rasant steigenden Strompreis senken könnten. So lassen die Rahmenbedingungen für die Eigenstromversorgung noch viel zu wünschen übrig. Dabei handelt es sich hier um einen wichtigen Baustein für künftige Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands. Schon heute warnt die Bundesnetzagentur vor rapide steigenden Energiepreisen. Denn die Kosten für den Ausbau des Stromnetzes, um Ladesäulen für Elektroautos mit Strom zu versorgen, sollen alle Verbraucher über die Netzentgelte zahlen.

Doch auch wenn es einiges zu verbessern gilt, grundsätzlich begrüßt der Mittelstand natürlich die Energiewende und damit verbundenen Entwicklungen. Wer die daraus entstehenden Potentiale aber wirklich sinnvoll nutzen will, muss die Energiewende vom reinen Wechsel der Energieträger hin zum echten Paradigmenwechsel in Sachen Energieversorgung entwickeln.“

(Redaktion)


 


 

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