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Interview

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer

„Der kleine Medicus“ ist unterwegs – seit dem 7. November ist das Musical zum erfolgreichen Buch auf Tour. nds-ost.business-on.de spricht mit dem Bestseller-Autor Professor Dr. Dietrich Grönemeyer, dem Erfinder des kleinen Medicus


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nds-ost.business-on.de:
Was passiert im Buch „Die neuen Abenteuer des kleinen Medicus“?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer:
In den neuen Abenteuern tauchen wir ein ins Skelettsystem. Wir lernen viel über Sportverletzungen. Der kleine Medicus ist ein begeisterter Fußballspieler, er ist auch Sportassistent von dem Arzt, Dr. X. Nano, so heißt der kleine Medicus, bekommt auch einen kleinen Arztkoffer geschenkt, der hinter ihm herfliegt und in den Körper eintaucht. Er lernt zum Beispiel das Kniegelenk kennen. Er weiß, was ein Kapselriss ist, was ein Kreuzbandriss ist, wie der Miniskus funktioniert und was er tun muss, wenn man eine Verletzung in der Muskulatur hat. Und das ist der Gegensatz zum ersten Buch. Da wurde die Verdauung erklärt und wie alles funktioniert mit der Ernährung.

nds-ost.business-on.de:
Wie muss man sich den kleine Medicus vorstellen?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer:
Nanolino ist ein kleiner Junge von 13 Jahren. Klein deswegen, weil er minderwüchsig ist. Er geht mit seiner Kleinwüchsigkeit gut um, weil er sich sagt: Ich muss viel wissen. Irgendwann im Traum, als er seinen Hund operiert hat, wird ihm klar: Jetzt wirst du Arzt. Und mit diesem Wissen als kleiner Medicus, also als kleiner Arzt, begeistert er seine Freunde und auch seine Familie. Und deswegen hoffe ich, dass er auch die Kinder und die Familien begeistern wird.

nds-ost.business-on.de:
An wen richten Sie Ihre Botschaften?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer:
Eigentlich an Kinder von sechs bis 106, so dass jeder mit Begeisterung, mit Fröhlichkeit und auch mit Freude lernt, wie es sich beispielsweise mit dem Leistenbruch verhält.

nds-ost.business-on.de:
Warum haben Sie sich entschlossen, die Geschichte als Musical umzusetzen?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer:
Musik öffnet das Gehirn. Bei Musik bewegt man sich und bei Musik bleibt viel hängen, wenn man Lehrinhalte mit Musik und Bewegung verbindet. Das zeigen auch die aktuellen Forschungen der Neuropsychologie.

nds-ost.business-on.de:
Was erwartet den Zuschauer beim Edutainment-Musical „Der kleine Medicus“?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer:
Wunderbare Musik, mehrere Ohrwürmer, begeisterte und traumhafte Schauspieler, die vor allen Dingen eins machen: Sie sind so fasziniert von der Reise in den Körper, dass sie das auf der Bühne leben. Zusammen mit Filmeinspielungen, mit dreidimensionalen Fahrten durch den Magen-Darm-Trakt oder durch das Gehirn, versuchen die Schauspieler Körperfunktionen zu erklären. Das heißt, man geht am Ende des Musicals raus und sagt: Da hab ich was verstanden!

nds-ost.business-on.de:
Wie kann man das Thema Gesundheit vor allem bei Kindern beliebter machen?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer:
Zum einen, wenn man mit Begeisterung Wissen vermittelt. Zum anderen, wenn die Elternschaft die Lehrer unterstützt und auch umgekehrt. Außerdem ist es gut, wenn die Kinder auch sportlich aktiv sind. Deswegen fordere ich seit langer Zeit nicht nur eine Stunde Sport am Tag in jeder Schule. Sondern ich bin auch der Meinung, dass die Vereine angedockt werden müssen. Ein Beispiel ist, dass die jungen Sportler aus den Vereinen auch den Sportunterricht übernehmen können. Außerdem muss man neue didaktische Formen entwickeln. Eine neue Didaktik, die auch Bewegung während des Unterrichts zulässt und die auch mit ganz viel Freude und Lachen verbunden ist.

nds-ost.business-on.de:
Welche Präventionsmaßnahmen müssen getroffen werden, damit die Anzahl übergewichtiger Kinder nicht noch weiter steigt?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer:
Ich glaube, das Entscheidende ist der Sport. Bewegen, bewegen und nochmal bewegen. Das ist mein Motto mit dem Überbegriff: „Turne bis zur Urne“. Das beinhaltet alles vom Baby-Schwimmen bis zum 106jährigen wie Jopie Heesters.

nds-ost.business-on.de:
Was passiert, wenn sich das Bewusstsein für Bewegung nicht ändert?

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer:
Wir werden zunehmend chronisch Kranke in unserer Gesellschaft bekommen. Chronisch Kranke, die Verschleiß an den Gelenken haben und Probleme an der Wirbelsäule. Herz-Kreis-Probleme werden sich vermehren, genauso wird es mehr Krebs oder auch mehr psychische Erkrankungen geben. Das wird die Kassen und die Ausgaben der Staaten stark belasten. Es werden Kosten in den Familien entstehen. Und das Entscheidende ist: Wir werden unsere Kultur nicht mehr so weiterentwickeln können. Wir brauchen vor allem junge Menschen, die mit Begeisterung in die Zukunft gehen, die ein gewisses Wohlbefinden haben, körperliches und geistiges Wohlbefinden in sich tragen, um eine andere Kultur zu entwickeln.

(Redaktion)


 


 

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