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Krisenbewältigung

Firmen halten ihre Fachkräfte

Nicht nur das Mittel der Kurzarbeit, sondern auch die hohe Spezialisierung vieler Firmen trägt dazu bei, dass der Arbeitsmarkt der Bundesrepublik bislang mit einem blauen Auge davon gekommen ist. .

Die traditionelle Regel, dass bei einer sinkenden Auslastung der Betriebe auch die Nachfrage nach Mitarbeitern sinkt und damit auch die Zahl der Erwerbslosen zunimmt, scheint zumindest teilweise widerlegt.

"Der Spezialisierung kann man die große Exportabhängigkeit entgegenhalten. Dennoch haben viele der Unternehmen seit der letzten Krise dazugelernt, hochqualifizierte Fachkräfte um fast jeden Preis zu halten. Das Risiko eines Mangels an gut ausgebildeten Mitarbeitern wollen nur wenige Firmen leichtfertig eingehen", erklärt Matthias Knuth, Leiter der Forschungsabteilung Entwicklungstrends des Erwerbssystems am Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen (http://www.iaq.uni-due.de) im Gespräch mit pressetext. Diese Einschätzung bestätigt sich vor allem mit einem Blick auf die internationalen Produktionseinbrüche.

Stabiler Arbeitsmarkt trotz Produktionseinbrüchen

Deutschland sowie Japan sind als exportabhängige Nationen besonders deutlich von der Krise gebeutelt. Innerhalb von nur fünf Quartalen sank die japanische Industrieproduktion um 28 Prozent und die deutsche um 20 Prozent. Im Zuge dessen brach die Wirtschaftsleistung beider Länder um acht bzw. sechs Prozent ein. Hierzulande fiel das Bild damit viel schlechter als in den USA, dem Ursprungsland der Krise, aus. "Obwohl die Kurzarbeiterregelungen seitens der Politik die Lage am Arbeitsmarkt stützen, ist dies nicht der Hauptgrund. Viele Unternehmen scheinen vom baldigen Aufschwung auszugehen und die Krise zu ignorieren", erklärt Knuth.

Know-how für Nischenprodukte als Standortfaktor

Die im Zuge internationaler Exporteinbrüche zu kämpfende Spezialisierung vieler Betriebe ist im Bereich von Nischenprodukten jedoch stark von Vorteil. Einem Handelsblatt-Bericht unter Berufung auf Insider des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (http://www.iab.de) nach erfordern diese Produkte spezielles Know-how, was dazu beiträgt, dass die Unternehmen vom Export in Boomregionen profitieren. Andererseits hätte die lange Stagnationsphase bei vielen deutschen Betrieben zum Aufbau eines Finanzpolsters geführt, von dem nun gezehrt werden kann. Die Gestaltung oder Lockerung des Kündigungsschutzes bleibt aber weiter umstritten.

(pressetext.com)


 


 

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