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Mietwohnungen

Auch in den Ferien besteht Obhutspflicht

Viele Mieter sind in der Sommerzeit nicht in ihren Wohnungen. Grundsätzlich kein Problem, denn Mieter können so häufig und so lange unterwegs sein, wie sie möchten. Allerdings muss sich der Mieter darum kümmern, Schäden zu vermeiden beziehungsweise anfallende Schäden schnell dem Vermieter zu melden.

Vermieter muss schnell informiert werden

Bei kleineren Schäden reicht es in der Regel völlig aus, wenn der Vermieter innerhalb von zwei Wochen informiert wird. Bei ernsten Gefahrensituationen besteht jedoch eine sofortige Anzeigepflicht . Denn insbesondere in Notfällen wie einem Wasserrohrbruch oder bei Feuer muss der Vermieter die Möglichkeit haben, schnell in die Wohnung zu gelangen (LG Duisburg Az.: 13 T 81/06NZM 2006, 897).

„Der Mieter muss den Vermieter daher darüber informieren, wer einen Ersatzschlüssel zur Wohnung besitzt – beispielsweise ein vertrauenswürdiger Nachbar,“ erklärt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverband IVD. Tut er dies nicht und kann der Vermieter größeren Schaden nicht verhindern, weil er nicht in die Wohnung kommt, kann der Mieter unter Umständen zu Schadensersatz verpflichtet werden.

Eine solche Situation wird jedoch oftmals schon dadurch umgangen, dass ein Nachbar das Gießen der Blumen und das Leeren des Briefkastens übernimmt. „Bei längerer Abwesenheit sollte diese Vertrauensperson auch ab und zu die Wohnung durchlüften, um so der Schimmelbildung vorzubeugen“, rät Jürgen Michael Schick. Denn wenn sich tatsächlich Feuchtigkeit an den Wänden bildet und dies auf mangelndes Lüften zurückzuführen ist, hat der Mieter keinen Anspruch auf Mietminderung (LG Lüneburg Az.: 6 S 70/00). Zudem besteht die Möglichkeit, dass der Mieter für Kosten einer Beseitigung des Schimmelpilzbefalls aufkommen muss.

Bei Abwesenheit in kälteren Jahreszeiten muss der Mieter zudem dafür sorgen, dass die vorhandenen Heizeinrichtungen ein Einfrieren der Leitungen verhindern: Lässt ein Mieter die Wohnung während einer längeren Abwesenheit zu sehr auskühlen, haftet er auch für ein durch Frost geplatztes Wasserrohr (LG Düsseldorf Az.: 110191/98). Das gilt auch dann, wenn der Vermieter das Heizen nicht ausdrücklich angeordnet hat (OLG Karlsruhe, Az.: 10 U 81/95).

Hausordnung gilt auch in der Ferienzeit

Mieter, die sich laut Hausordnung zur regelmäßigen Treppenhaus-Reinigung oder zu Räum- und Streupflichten verpflichtet haben, müssen außerdem dafür sorgen, dass die in der Hausordnung definierten Leistungen auch während ihres Urlaubs erbracht werden. Die einfachste Lösung besteht darin, die Termine mit einem Nachbarn zu tauschen.

„Wenn das nicht möglich ist, muss der Mieter für anderen Ersatz sorgen und beispielsweise einen Putz- oder Hausmeisterservice beauftragen“, sagt Ulrich Joerss, Rechtsanwalt in der Kanzlei Joerss-Rechtsanwälte in Berlin. Verstößt ein Mieter gegen die in der Hausordnung festgelegten Regelungen, kann der Vermieter ihn deswegen abmahnen – eine sofortige Kündigung ist jedoch nicht möglich. Denn eine Kündigung gilt nur dann als gerechtfertigt, wenn die Verstöße erheblich und mehrere Abmahnungen erfolglos waren (LG Essen AZ.: 10 S 438/01).

Immobilienverband IVD

(Redaktion)


 


 

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