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Existenzgründung

Hosentaschengeschichten – das Pausenbrot für Leseratten

Gute Geschäftsideen zeichnen sich durch das Besetzen einer Marktnische aus. Die Gründerin des Hosentaschenverlags, Dorthe Hodemacher, 31, bietet ein Beispiel dafür. Aufgewachsen im beschaulichen Celle, fand sie schon frühzeitig Gefallen daran, Geschichten zu schreiben. Später in Hannover entstand die Idee, kleine Bücher für Zwischendurch herauszugeben.

Wie alles begann: Im Jahr 2006 wollte Dorthe Hodemacher mal etwas Neues ausprobieren, um genauer herauszufinden, wie ihre Kurzgeschichten bei Lesern ankommen. Sie befestigte einen Kasten an der Außenwand unterhalb ihres Arbeitszimmerfensters in Hannover, damit Passanten ihre Geschichten von dort mitnehmen konnten. Was zunächst als reines Hobby, neben der Tätigkeit als Drehbuchdramaturgin, gedacht war, entpuppte sich schnell zu einem Selbstläufer. Statt der geschätzten 20 bis 30 Exemplare verschwanden innerhalb von vier Wochen meist über 200 Stück aus dem Kästchen. Jeden Monat schrieb die Autorin aufs Neue eine Geschichte, die breiten Anklang fand, und fasste schließlich den Entschluss, Erzählungen zu verlegen. Im Frühjahr 2009 war es soweit – der Hosentaschenverlag wurde aus der Taufe gehoben. Er ist der erste deutsche Verlag, der ausschließlich Kurzgeschichten herausgibt, und zwar in einzelnen Büchlein. „So ist sichergestellt, dass jede Erzählung einen würdigen Rahmen erhält“, erläutert Dorthe Hodemacher. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es Kurzgeschichten auf dem Buchmarkt in Form von Anthologien, der Käufer musste also zwangsläufig auch Geschichten erwerben, die ihn weniger interessierten. Im August 2009 startete die Verlegerin das Projekt mit der ersten Edition von Kurzgeschichten, diesmal nicht mit eigenen Werken, sondern mit denen gestandener Autoren und lesenswerter Newcomer.

Literatur-to-go

Hosentaschengeschichten sind im Grunde ein völlig eigenständiges Format, welches sich nicht mit herkömmlichen Büchern vergleichen lässt. Die Literatur ist auf einen speziell gefaltetem und gestaltetem DIN A3-Bogen, ähnlich einem Stadtplan, gedruckt. Deshalb passen die Büchlein auch in jede Hosen- oder Jackentaschen sowie in größere Portmonnees. Auf 10 bis 12 Buchseiten stehen abgeschlossene Kurzgeschichten. Der Preis liegt bei 2.50 Euro pro Stück, alle vier Monate gibt der Verlag eine neue Serie von sechs Bändchen heraus. Jede Erzählung verfügt über ein eigenes Cover und eine ISBN. Erhältlich sind die Geschichten über den Verlag direkt und über ausgewählte Händler. Hierzu zählen sowohl der klassische Buchhandel als auch Papeterien sowie die Gastronomie. Inzwischen finden auch Unternehmen Geschmack an der Idee und setzen die Geschichten als Alternative zu einer Grußpostkarte oder als Kundengeschenk ein.

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Die Auswahl der Texte übernimmt die Verlegerin selbst und legt dabei größten Wert auf den Spaß beim Lesen. Schließlich sollen die Geschichten den Lesern den Arztbesuch versüßen oder sie während einer Verhandlungspause in eine andere Welt verführen. Der Lesespaß dauert pro Ausgabe etwa 30 bis 45 Minuten.

Um den Autorenstamm zu erweitern, ist Dorthe Hodemacher auf der Suche nach weiteren talentierten Autoren. Diese können ihre Kurzgeschichten beim Verlag einreichen. Besonderes Interesse hat die Gründerin an satirischen Erzählungen oder Kurzkrimis. „Findet die Geschichte Anklang, so winkt ein Autorenvertrag mit Bezahlung“, erläutert sie.

Weitere Informationen zum Verlagsprogramm finden Sie auf der Homepage: http://www.hosentaschengeschichten.de/ .

(Redaktion)


 


 

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