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IHK Auftakt 2010

Im Fokus: Die Wirtschafts- und Finanzkrise

Sowohl der Präsident der IHK Hannover, Dr. Hannes Rehm, als auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und Prof. Otmar Issing von der Goethe Universität Frankfurt, stellten die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise in den Mittelpunkt ihrer Reden. Was zählt, um die Krise zu meistern: Optimismus.

Vertrauenskrise

IHK-Präsident Dr. Hannes Rehm hob hervor, dass die Entwicklung auf den Finanzmärkten im Jahr 2008 die Wirtschaft in eine Vertrauenskrise gestürzt hatte, die Unternehmen jedoch mit einer erstaunlichen Anpassungsfähigkeit auf diese Krise reagierten. Dabei lobte er die flexiblen Arbeitsmarktinstrumente wie Kurzarbeit, Zeitarbeit und Arbeitszeitkonten. So konnte die Beschäftigung mehr oder weniger stabil bleiben; die Lohnstückkosten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit sind dabei allerdings in Mitleidenschaft gezogen worden.

Kreditvergabe

Hinsichtlich der Kreditvergabe forderte Dr. Hannes Rehm, dass die Eigenkapitalanforderungen für die Kreditinstitute nicht angehoben werden dürfen. Außerdem sollte jeder Kreditwunsch von Unternehmen individuell und nicht nach vorliegenden Ratings beurteilt werden.

Gesundheitsreform

Dr. Hannes Rehm kommentierte in seiner Rede zum IHK Auftakt 2010 die Gesundheitsreformen der vergangenen Jahre und formulierte treffend: „Wie viele sogenannte Reformen, in denen Versprechen und Ergebnis sich ein ums andere Mal widersprechen, brauchen wir noch, bevor wir erkennen, dass staatlicher Dirigismus auch im Gesundheitswesen der Effizienz nicht erhöht und die Kosten nicht senkt?“

Optimismus in Niedersachsen

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff stellte ebenfalls die Wirtschafts- und Finanzkrise in den Mittelpunkt seiner Rede und fokussierte die optimistische und zuversichtliche Haltung der Niedersachsen. Mit einem Zitat des berühmten Clown Charlie Rivel erntete Christian Wulff Beifall und die erneute Aufmerksamkeit der Besucher: „Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher.“ Den niedersächsischen Optimismus untermauert Christian Wulff mit Fakten:

  • In Niedersachsen steigt die Arbeitslosigkeit geringer als in anderen Ländern und Regionen.
  • Niedersachsen liegt im Ländervergleich bei der Arbeitslosenquote auf Platz 5.
  • Das Beschäftigungsniveau in Niederachsen bleibt stabil.
  • Im diesjährigen Ausbildungsjahr gibt es mehr unbesetzte Stellen als unversorgte Bewerber.

Dreiklang von Konsolidierung , Zukunftsinvestitionen und Entlastung

Um die Krise zu meistern, müsse laut Christian Wulff der Dreiklang wieder sicher gestellt werden: „Wir müssen weg von der Krisenbekämpfung mittels Verschuldung und wieder zu einer soliden Haushaltspolitik kommen. Das sind wir auch den nachfolgenden Generationen schuldig. Wir müssen den Dreiklang „Bürger entlasten, in die Zukunft investieren und die Haushalte konsolidieren“ wieder sicher stellen.“ 

Wulff: "Da läuft was falsch!"

Christian Wulff sieht die Sicherung der Unternehmensfinanzierung als wichtige Aufgabe für 2010, ebenso wie grundlegendere Reformen auf den Finanzmärkten, denn hier müsste das Handeln der Akteure von den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft bestimmt sein: Verantwortung und Haftung. Dazu sagte Christian Wulff: "Grundlegende Verhaltensänderungen kann ich derzeit bei allen Banken auch noch nicht erkennen. Es kann nicht sein, dass die Banken für das Kommen, für das Bleiben und für das Gehen gleichermaßen Boni zahlen. Da läuft was falsch! Das wird von den Bürgern nicht toleriert werden: Verluste zu sozialisieren und Gewinne zu individualisieren."

(Redaktion)


 


 

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