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Social Media bewegt auch den Mittelstand- Ein Interview mit Jens Schlüter

"Den 'Return of Invest' darf man nicht nur in Euro messen"

Klare Zielvorgaben, Kreativität, die richtige Art und die richtigen Orte der Ansprache sowie ein gut durchdachtes Monitoring. Sie wollen ja schließlich wissen, wie erfolgreich Ihr Einsatz in diesen Medien tatsächlich ist. 

Was Marketing-Experten der Unternehmen gern schnell ins Gespräch bringen, ist der sogenannte ROI (Return on Investment). Sie fragten ja auch schon, ob dies nicht vielleicht der wahre Grund für einige Unternehmen sei, sich mit Social Media zu beschäftigen. Natürlich möchte jedes Unternehmen durch zusätzlichen Aufwand auch zusätzlichen Umsatz generieren. Wer will das nicht? Die Frage ist nur – was bezeichne ich als ROI? Reden wir von Euro? Oder ist vielleicht auch das geweckte Interesse einer neuen Zielgruppe ein Return on Investment, der sich langfristig für jedes Unternehmen bezahlt macht. 

Darüber, welche „Zielgruppe“ in welchen Netzwerken und auf welchen Plattformen aktiv ist, gib es bereits sehr gute Erhebungen. Facebook zum Beispiel liefert sehr aussagekräftige Statistiken zurück, die für die Kampagnenplanung von großem Wert sein können. Bei diesen Fragen sollten sich die Unternehmen jedoch mit Experten zusammensetzen, um Zielgruppen auch einmal aus einer anderen Perspektive als der eigenen, „internen“ zu betrachten. Nicht selten erschließen sich durch diese Zusammenarbeit auf einmal völlig neue Märkte, über die man im Unternehmen zuvor niemals nachgedacht hatte.

Dr. Kolb Telieps: Empfehlen Sie für den B2B-Sektor andere Strategien als im B2C-Segment?

Jens Schlüter: Grundsätzlich erst einmal nicht. Es gibt Unterschiede im taktischen Einsatz von B2B und B2C, aus strategischer Sicht gibt es diese Unterschiede eher nicht. Das strategische Ziel des  Social Media Einsatzes eines Unternehmens sollte immer demselben Prozess folgen und den gleichen Fokus haben: Die Unternehmensvision Wirklichkeit werden zu lassen. Hierfür eignet sich Social Media in beiden Segmenten gleichermaßen.

Dr. Kolb Telieps: Sie unterstützen Unternehmer und Führungskräfte im Umgang mit Social Media. In welchen Bereichen werden Sie hauptsächlich gefordert?

Jens Schlüter: Meist geht es zunächst einmal um allgemeine Information rund um die Frage „Was ist Social Media überhaupt und wie kann ich das für mein Unternehmen nutzen?“. Andere Unternehmen wiederum stecken bereits in der Step-by-Step Umsetzung und beauftragen uns konkret mit der Schulung Ihres Personals im Einsatz von Business-Netzwerken wie XING oder LinkedIn. Diese Inhouse-Seminare sind übrigens ein perfekter erster Schritt um ein Team an Social Media heranzuführen, denn im Gegensatz zu unseren offenen Seminaren müssen wir hier nicht auf fiktive Beispiele zurückgreifen, sondern können die Inhalte gezielt auf die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens abstimmen. 

Gefordert werden wir aber auch in der Entwicklung umfangreicher Online-Marketing-Konzepte, angefangen bei der eigenen Unternehmens-Homepage über Corporate Blogs bis hin zur Kampagnenplanung via Social Media. Also ein sehr großes und spannendes Arbeitsfeld in dem wir uns bewegen. 

Dr. Kolb Telieps: Seit wann und aus welchem Grund haben Sie sich auf Social Media spezialisiert?

Jens Schlüter: Unsere „Spezialisierung“ wurde vor drei bis vier Jahren wirklich deutlich. Als ich 1998 mit der Entwicklung von Onlinemedien begann, war das Marketing 1.0 – damals waren die meisten Unternehmen ja schon froh, überhaupt etwas im Internet zu haben. Als man dann anfing, Nutzer mehr und mehr aktiv an der Weiterentwicklung der Sozialen Netze teilhaben zu lassen und sich nach außen öffnete, war für mich klar, dass hier unsere Zukunft liegen würde. Wie gesagt, sehe ich Social Media als etwas, das heute zwar häufig noch Stand-Alone-Charakter hat, aber in ein paar Jahren ganz sicher Bestandteil jeder Marketing-Strategie sein wird. So gesehen war die Entscheidung, sich auf diesen Zukunftsmarkt zu spezialisieren sicherlich goldrichtig. 

Dr. Kolb Telieps: Wie fügt sich dieses Segment in Ihr sonstiges Geschäft?

Jens Schlüter: Die Grenzen sind fließend. Angefangen haben wir ja mit der Gestaltung von Printmedien, Messeständen und PR-Arbeit. Später kamen Onlinemedien und multimediale Inhalte hinzu. Heute entwickeln wir Strategien für die Unternehmenskommunikation und Social Media ist in den meisten Fällen ein fester Bestandteil dieser Strategien. Dann sind da noch unsere Seminare, Workshops und Trainings, natürlich ebenfalls rund um die Themen Unternehmenskommunikation, Onlinemarketing und Social Media. So fügt sich eins ins andere.

Dr. Kolb Telieps: Wie und mit welchem Erfolg nutzen Sie selbst für Ihre Agentur die sozialen Netzwerke?

Jens Schlüter: Ich will nicht sagen, dass wir als Agentur „das volle Programm“ nutzen, denn das ist weder zeitlich zu handhaben, noch wäre es wirklich sinnvoll, da sich unsere Zielgruppen nicht in allen Netzwerken gleichermaßen bewegen. Um unsere Kunden erfolgreich beraten zu können, sind wir jedoch zumindest in allen relevanten Netzwerken vertreten. Nur so lassen sich verbindlich Rückschlüsse auf Zielgruppenaktivität und den Nutzen für die eigene Reputation und die unserer Kunden ziehen. Ganz nebenbei sind wir so natürlich auch immer am Puls der Zeit und können aktuellstes Know-how an unsere Kunden weitergeben. Unser eigener Nutzen durch den Einsatz von Social Media ist entsprechend hoch. Klassische Akquise zum Beispiel haben wir fast gen Null zurückgeschraubt und konnten sowohl Bekanntheitsgrad als auch Expertise in nur wenigen Jahren deutlich und vor allem messbar steigern.

Dr. Kolb Telieps: Vielen Dank für das interessante Interview, Herr Schlüter.

(Dr. A. Kolb-Telieps K-T Innovation)


 


 

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