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Kolumne: Mehr Erfolg

Mitarbeiter in Fans verwandeln: So entfachen Sie Begeisterung

In der Artikelreihe „Mehr Erfolg“ stellen wir Ihnen entscheidende Stellschrauben für erfolgreiche Unternehmen vor. Der beiden vorhergehenden Beiträge widmeten sich den Führungskompetenzen sowie der Mitarbeiterrekrutierung. Diesmal geht es darum, wie man bei Mitarbeitern Begeisterung weckt und sie in „wahre Fans“ verwandelt. Gastautoren sind die Unternehmensberater Raimund Milz und Katrin Haake (Business Navigatoren GmbH).

Mit Begeisterung gelingt's – das gilt wie in allen Bereichen des Lebens auch im Unternehmen. Begeisterung ist das Feuer, das die Menschen entflammt und den Weg zu außergewöhnlichen Zielen leuchtet. „Nichts Großes ist je ohne Begeisterung geschaffen worden“, hat der amerikanische Gelehrte Ralph Waldo Emerson vor hundertfünfzig Jahren zu Recht festgestellt. Von Begeisterung getragene Mitarbeiter sind überdies die beste Werbung für das Unternehmen.

Begeisterung wirkt wie ein Magnet, der dem Unternehmen auch in Zeiten demografischen Wandels und Fachkräftemangels genügend Mitarbeiter zuführt, um weiter zu wachsen und erfolgreich zu sein. Doch die meisten Unternehmer und Führungskräfte werden, wenn sie nach der Begeisterung in ihrem Unternehmen gefragt werden, ehrlich zugeben müssen, dass es damit nicht so gut bestellt ist – weil die Mitarbeiter einfach nicht richtig mitziehen.

Begeisterung lässt sich nicht kaufen

Begeisterung hat Motivation zur Voraussetzung – geht darüber aber weit hinaus. Sie meint nicht nur die Leistungsbereitschaft als geistig-mentale Grundhaltung, sondern betrifft den Menschen als Ganzes, auch auf einer seelischen Ebene im Sinne einer tiefen Verbundenheit und Identifikation sowie eines Mittragens von als wichtig empfundenen Zielen. Dabei geht es um das Unternehmen in seiner Gesamtheit.

Äußerlichkeiten werden hierbei niemals genügen. Wenn sich schon Motivation allein nicht langfristig „einkaufen“ lässt durch Gehaltserhöhungen, Gratifikationen und Boni, dann gilt dies erst recht für die Begeisterung. Eine angemessene und leistungsgerechte Bezahlung ist zwar eine notwendige, nicht aber hinreichende Voraussetzung für den Erfolg!

Wie also entzündet man das innere Feuer?

Der Weg zur Begeisterung führt über die Zufriedenheit und die Motivation. Dafür müssen zunächst die Rahmenbedingungen stimmen: Angemessene Bezahlung ist eine Grundvoraussetzung  für Zufriedenheit. Hinzu kommen ein möglichst sicherer Arbeitsplatz, ein freundlicher und respektvoller Umgang miteinander, ein weitgehend ansprechendes Arbeitsumfeld, familienfreundliche Arbeitszeiten und vielleicht einige Extras wie kostenlose Getränke.

Um die nächste Stufe zu erreichen, nämlich motivierte Mitarbeiter, bedarf es Unternehmer und Vorgesetzter mit Führungskompetenzen, die fordern, fördern und ermutigen – und ihren Mitarbeitern bei der Entfaltung der eigenen Potenziale als Begleiter und Mentoren zur Seite stehen. Die Synchronisierung der persönlichen und beruflichen Mitarbeiterziele mit denen des Unternehmens schafft den Rahmen für eine zielführende Motivationslage. Mit den passenden Arbeitsinhalten sowie persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten und Spielräumen und den individuell richtig gesetzten Anreizen wird sich die Motivation bald von ganz alleine einstellen.

Man kann sogar so weit gehen, zu sagen, dass gute Mitarbeiter eigentlich schon von sich aus motiviert sind und nur durch unzureichende oder schlechte Führung demotiviert werden. Da aber kaum jemand Führungskompetenzen von Haus aus  mitbringt, ist bei fast jedem eine harte und ehrliche Arbeit an sich selbst erforderlich. Ist die absolviert, sollte es auch mit der Motivation der Mitarbeiter klappen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – keineswegs

Die letzte Stufe ist die Begeisterung der Mitarbeiter. Sie wird selten erreicht, weil dazu Selbstbewusstsein und eine gehörige Portion Mut gehören. Mut deshalb, weil es hier vor allem auf das Vertrauen ankommt, das man den Mitarbeitern entgegenbringt.

Begeisterung wächst nur in einer Kultur des Vertrauens. Sicher: Vertrauen muss verdient werden. Um Begeisterung herbeizuführen, ist es notwendig, den Unterschied zwischen Controlling und Kontrolle transparent zu machen. Die Rechnung ist einfach: Je mehr jemand kontrolliert wird, desto stärker muss sich bei ihm zwangsläufig das Gefühl einstellen, dass man ihm nicht vertraut. Misstrauen, unnötig einschränkende Anweisungen und Kontrollen sind Gift für die Motivation und die Arbeitsleistung, und echte Leidenschaft und Identifikation werden so niemals entstehen. Unterstützen können dagegen aber die Ergebnisse aus dem Controlling als internem Beratungsansatz zur Effizienzsteigerung.

Einige wenige am Markt sehr erfolgreiche Unternehmen wie die Drogeriemarktkette „dm“ sind den Weg des Vertrauens gegangen – und haben damit durchweg positive Erfahrungen gemacht. Können Sie sich vorstellen, dass Ihre Mitarbeiter ihre Dienstpläne, ihre Vorgesetzen und sogar ihr Gehalt selbst bestimmen, wie es bei „dm“ der Fall ist? Können Sie sich vorstellen, dass die Mitarbeiter selbst darüber entscheiden, welche Neuen in ihr Team dazu stoßen dürfen?

Wenn Sie es sich nicht vorstellen können, schrauben Sie Ihre Erwartungen an die Begeisterungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter nicht zu hoch. Können Sie es sich jedoch vorstellen, sollten Sie den Mut aufbringen und es ausprobieren – und sich überraschen lassen, welchen Wandel Sie erleben werden! Begeisterung verändert alles: Sie strahlt nach innen und nach außen und verleiht Mitarbeitern zum Beispiel die seltene Gabe, aus Kunden Freunde zu machen.

Schritt für Schritt zu neuen Höhen:

  • Sorgen Sie für Grundzufriedenheit – durch gute Rahmenbedingen und ein faires Gehalt
  • Stärken Sie Ihre eigenen Führungskompetenzen
  • Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter durch Einbeziehung in Entscheidungsprozesse, durch persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und individuelle Gestaltungsspielräume
  • Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern – je mehr, desto besser

FAZIT: Begeisterung zu wecken ist keine hohe Kunst, aber die Grundvoraussetzungen – Zufriedenheit und Motivation – müssen zunächst stimmen. Sodann ist Mut zu größtmöglichem Vertrauen erforderlich. Wer diesen Weg geht, kann immens an Attraktivität gewinnen, bei Mitarbeitern, Kunden und Bewerbern. So wird Vertrauen schließlich zu einem echten Wettbewerbsvorteil.

Der nächste Beitrag, der in zwei Wochen erscheint, widmet sich der Frage, wie man Change-Prozesse erfolgreich gestaltet.

(Raimund Milz)


 


 

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