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Forscher entwickeln Diabetes-Therapien

Führende Diabetologen und Immunologen aus elf europäischen Ländern erforschen, wie man Diabetes verhindern oder die Krankheit im frühen Stadium rückgängig machen kann. Das dazu gegründete Projekt NAIMIT wird von der Europäischen Union mit etwa elf Millionen Euro gefördert – die MHH erhält als Partner knapp eine Million Euro.

Der Typ-1-Diabetes mellitus ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter, tritt jedoch vielfach auch erst im Erwachsenenalter auf. Ein Autoimmunprozess zerstört bei dieser Erkrankung die Insulin-produzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Besorgniserregend ist nach Ansicht von Experten die wachsende Zahl der erkrankten Kinder im Vorschulalter, die jährlich um drei Prozent wächst. Das entspricht einer Verdopplung der Neuerkrankungen innerhalb von 20 bis 25 Jahren. Über zwei Millionen Menschen in Europa (rund 0,5 Prozent der Bevölkerung) und mehrere Millionen Menschen weltweit leiden an dieser Krankheit . Der chronische Verlauf kann viele Komplikationen mit sich bringen - unter anderem Erblindung, Nierenversagen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Deshalb sind sichere und effektive Präventions- und Interventionsstrategien notwendig. Im NAIMIT-Projekt (Natural immunomodulators as novel immunotherapies for type 1 diabetes) untersuchen die Wissenschaftler die Möglichkeiten eines gezielten Eingreifens in das Immunsystem. Sie erforschen, inwiefern natürliche Immunmodulatoren, zum Beispiel Antigene, Probiotika, Glucocorticoide und Vitamin-D- Derivate , als neuartige Immuntherapien des Typ-1-Diabetes geeignet sind. Professor Dr. Sigurd Lenzen ist einer der beiden deutschen Partner. "Ziel ist die Wirksamkeitsprüfung zunächst in präklinischen Modellen und sodann die Übertragung auf Patienten mit Diabetes in Pilotstudien", erklärt er. Die besondere Expertise der Arbeitsgruppe aus der MHH liegt in der präklinischen Prüfung. 

Zu dem Konsortium der führenden europäischen Forscher, dessen Koordination bei Professorin Dr. Chantal Mathieu an der Katholischen Universität Leuven (KUL), Belgien, liegt, gehören auch drei kleine mittelständische Unternehmen. Sie sollen bei der Entwicklung neuer Technologien helfen und die Umsetzung der Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung beschleunigen.

(Redaktion)


 


 

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NAIMIT
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