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Konjunkturumfrage 2010: Ende der Krise nicht in Sicht

Die Industrie sieht vorläufig keine Ende aus der Krise, sondern blickt eher pessimistisch und skeptisch in die Zukunft. Sollten alle Möglichkeiten der Finanzierung ausgeschöpft und Existenzen gefährdet sein, drohe der verstärkte Abbau von Beschäftigung.

Kapazitätsauslastung

Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer der im Haus der Industrie zusammengeschlossenen Arbeitgeberverbände, erklärte am heutigen Donnerstag (0701.2010) in Hannover: „Wir sind auf Erholungskurs, aber die Wegstrecke ist noch lang.“ Mit diesem Fazit zielt er unter anderem auf die Kapazitätsauslastung ab. Im ersten Halbjahr 2008 lag die Auslastung bei 98 Prozent, wohingegen im Januar 2010 die Auslastung bei nur 70 Prozent angesiedelt war. Erwartet werden im Jahr 2010 rund 75 Prozent: „Wir schwimmen derzeit 30 Meter unter der Wasseroberfläche und brauchen genug Luft, um wieder nach oben zu kommen.“

Mitarbeiterentwicklung

Die geringe Kapazitätsauslastung und die damit verbundene niedrige Produktion können zu Beschäftigungsabbau führen. Bisher konnten 2/3 der in der Metall- und Elektroindustrie angesiedelten Unternehmen die Beschäftigtenzahl halten – trotz Produktionsrückgänge um durchschnittlich 30 Prozent. Sollten jedoch alle finanziellen Möglichkeiten ausgeschöpft und Existenzen gefährdet sein, ist ein Beschäftigungsabbau sehr wahrscheinlich. 40 Prozent der befragten Unternehmen erwarten den Abbau von Mitarbeitern. Wie dies geschehen soll, bleibt fraglich. 

Kurzarbeit

Kurzarbeit war entscheidender Faktor, die Beschäftigten bisher zu halten. Auch in 2010 wird in 55 Prozent der befragten Unternehmen Kurzarbeit fortgesetzt. Allerdings ist dieses Thema für die Mehrheit der Betriebe ab 2011 unattraktiv, da der Sozialversicherungsbeitrag nicht mehr erstattet wird. Eine neue Lösung, um dem Beschäftigungsabbau entgegenzuwirken, muss demnach entwickelt werden.

Produktion, Investition, Kreditvergabe

Die Produktionslage aus Sicht von Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie wird in 2010 auf gleichbleibend niedrigem Niveau erwartet. 25 Prozent der Unternehmen erwarten, dass die Produktion abnimmt. Auch die Abnahme von Investitionen wird auf 50 Prozent geschätzt. Doch gerade Investitionen sind für wirtschaftlichen Aufschwung unerlässlich: „Betriebsmittelkredite sind das Salz in der Suppe“, erklärte Dr. Volker Schmidt. Was die Vergabe derartiger Kredite angeht, zeigen sich die Banken noch eher zurückhaltend. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es in diesem Bereich jedoch eine positive Entwicklung: Die Volksbanken und Sparkassen beurteilen die Unternehmen nun individueller bei der Kreditvergabe. Nachdem NiedersachsenMetall im vergangenen Jahr auf das Problem der Kreditklemme hingewiesen hat, ist der öffentliche Druck auf die Banken gestiegen. Dr. Volker Schmidt: „Das ist eine Entspannung, die wir erfreut zur Kenntnis nehmen.“

Für die Kreditvergabe wirkt sich die Vielfalt an Banken in Niedersachsen aus Sicht der Arbeitgeberverbände positiv aus. Dr. Volker Schmidt betonte die Wichtigkeit dieser Vielfalt und den damit verbundenen Wettbewerb.

In der Konjunkturumfrage 2010 wurden 697 Mitgliedsbetriebe angeschrieben und 509 Unternehmen haben final teilgenommen.

(Redaktion)


 


 

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