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NWJ Impulse

Trends 2013: Marketing wird mobiler, interdisziplinärer und crossmedialer

Sechsmal sechs Minuten hieß es am 16. Mai bei den NWJ Impulsen im Deutschen Pavillon Hannover. Thema dieses Mal: Marketing-Trends 2013. Je sechs Minuten Zeit hatten die Referenten, um einen nützlichen Impuls zu aktuellen Entwicklungen des Marketings zu geben. Unter den sechs Referenten aus der lokalen Wirtschaft befanden sich auch ausgewiesene Digital-Experten.

Eingeladen hatten das Niedersächsische Wirtschaftsjournal, Nokia und Kyocera Document Solutions Deutschland. Etwa 180 Gäste folgten dieser Einladung und nahmen die Chance war, ihr Marketing-Wissen aufzufrischen und ihr Kontaktnetzwerk in der lokalen Wirtschaft auszubauen. Zum Programm gehörten auch eine unterhaltsame Wissensshow von Artewis und eine Tombola. Heiner Nebel vom Niedersächsischen Wirtschaftsjournal führte wie gewohnt mit Witz durch den Abend.

Von Inbound-PR und Agenda-Surfing

Ulf-Hendrik Schrader, Geschäftsführer der Aufgesang Agenturgruppe, traf mit seinem Thema „PR Reloaded – Wie und warum PR und SEO verschmelzen“ den Nerv der Besucher und überzeugte durch Substanz. Wer Informationen sucht, der sucht bei Google. Entsprechend groß ist der Wettbewerb um die vordersten Plätze in den Suchergebnissen. Dass der Weg dorthin immer schwieriger wird, machte Schrader deutlich: Google lasse sich kaum mehr überlisten und sei mittlerweile in der Lage, hochwertigen Content recht zuverlässig von mäßigen Inhalten zu unterscheiden. So werde künftig nur auf die vordersten Plätze kommen, wer ebendiesen Content liefere und die entsprechenden Leser, Likes und Links aufweisen könne. Dies habe zur Folge, dass ganze 85 Prozent der Offpage-SEO-Faktoren mittlerweile PR-Domäne seien. Denn hierbei bedarf es Textkompetenz und Kommunikationsstärke. Die SEOs wiederum liefern mit ihren Tools konkrete Zahlen, Analysen und das Wissen um die Google-Algorithmen – die Grundlage jeder erfolgreichen Inbound-PR. Am Beispiel einer Anwaltskanzlei demonstrierte Schrader das Prinzip des bei Aufgesang interdisziplinär von PR- und SEP-Spezialisten entwickelten Agenda-Surfings. Aus nur einer Trendthemen-Analyse ergaben sich 354 Möglichkeiten für Online-Veröffentlichungen. Ein erstaunliches Resultat. Schrader zog ein klares Fazit: PR und SEO müssen integriert arbeiten. Nur so können Unternehmen die „kleinen Roboter“, wie Heiner Nebel die Webcrawler hinter Google in seiner Anmoderation bezeichnete, überzeugen, dass sie es verdient haben, in den Suchergebnissen ganz oben zu stehen.

Von Mobilität und Arbeitswelt

Geprägt sind die aktuellen Entwicklungen im Marketing auch von Mobilität. Achim Hauchler, Technical Account Manager B2B bei Nokia, zeigte dies in seinem Vortrag zum Thema „Smartphone Trends 2013“ anhand aktueller Studien. Das Arbeiten auf mobilen Endgeräten nimmt zu. Immer mehr Berufstätige sind rund um die Uhr – auch außerhalb der Arbeitszeit – erreichbar. Ein Großteil der Befragten nutzt hierfür die privaten Geräte. Weitaus sicherer für die Unternehmensdaten und den Anforderungen von Arbeitnehmer und IT-Entscheider gewachsen sind jedoch speziell hierfür entwickelte Business-Smartphones, wie auch Nokia sie aktuell anbietet. 

Tim Rademacher, Geschäftsführer der wissenswerft, griff mit seinem Vortrag „Alles wird mobil – ob Web, ob App, ob Dokument“ den Faden auf: Um 400 Prozent sei die mobile Suche im Internet in den letzten zwei Jahren gestiegen. Parallel hierzu seien auch die Anforderungen an mobile Angebote gewachsen. Rademacher verdeutlichte die Vorteile eines QR-Codes auf Printprodukten und erklärte dessen Funktionsweise. Neben mobilen Websites seien hierüber auch Apps und mobile Dokumente auf dem Smartphone abrufbar. 

Von multimediaPDFs und Blätterdokumenten

Hier setzte auch Thomas Rätzke, Geschäftsführer des Umweltdruckhauses Hannover, an. „Wir möchten in Zukunft weniger Drucksachen an Sie verkaufen“, verblüffte er die Zuhörer. Zeitgemäß sei eine Kombination aus Print und multimediaPDF. Das multimediaPDF ist ein digitales Blätterdokument und bietet den Lesern beispielsweise durch verlinkte E-Mail- und Internet-Adressen Möglichkeiten, direkt in Aktion zu treten. Auch Aktualisierungen sind möglich. Generell könne durch die Online/Offline-Kombination der Vertriebskanäle eine Überproduktion der Printprodukte vermieden werden. So seien Blätterdokumente eine willkommene Alternative für Geldbeutel und Umwelt. Ein führender Technologie-Anbieter in diesem Bereich ist die wissenswerft mit ihrer Lösung page2flip. Die hiermit erzeugten digitalen Blätterdokumente ermöglichen es dem Leser, mehrseitige Dokumente am PC oder auf mobilen Endgeräten wie ein Printprodukt zu blättern. So ist page2flip ein eleganter Weg, Zeitungen, Broschüren und Magazine im Internet anzubieten. Die neue Technologie lässt es zu, Links, aber auch multimediale Inhalte wie Audio und Video einzubinden. Im Zeitalter von Web 2.0 und mobilem Internet können Druckereien ihr Angebot mit page2flip lukrativ erweitern und sich für die Zukunft rüsten.

Von Markenbotschaftern und Markenstrategien

Ein weiteres Thema im Deutschen Pavillon Hannover war die Vermittlung von Marken. Carolyn Lüdtke, Product Marketing Managerin bei Kyocera Document Solutions Deutschland, sprach über die Notwendigkeit, in der Markenkommunikation die rationale Ebene zu verlassen. Geschichten seien von Wert: „Sie sind etwas, was man behält, was bleibt“. Geschichten und die damit einhergehenden Emotionen schaffen Vertrauen, Transparenz und Identifikation. Emotionen seien jedoch immer auch eine Gratwanderung, so Lüdtke. Sie können sowohl sehr positive Effekte erzielen, als auch schnell ins Negative überschlagen. Beispielhaft nennt sie den Fall Hoeneß. Kyocera setzt auf den ehemaligen Sänger und heutigen Extremsportler Joey Kelly, um die eher rationalen Kyocera-Drucker mit ganz bestimmten Werten in Verbindung zu setzen: Ausdauer und Ehrgeiz. Als Markenbotschafter begleitet Kelly die Kampagne „extrem“. Mit Aktionen rund um die Botschaft können Unternehmen ihre Marke „weiterspielen“ und erlebbar machen. 

Marken entwickeln – das können auch mittelständische und kleine Unternehmen, so Claus Holtmann, Geschäftsführer der Holtmann GmbH. In seinem Vortrag „Mehr Marktanteil durch Mehr-Marken-Strategien“ sensibilisierte er die Gäste für das Potenzial, das die Entwicklung mehrerer Marken für verschiedene Zielgruppen bietet. Befinden sich unterschiedliche Angebote unter dem Dach nur einer Marke, sind neue Kunden schnell irritiert. Durch die Entwicklung neuer, anderer Marken hat ein Unternehmen die Chance, den vielfältigen Bedürfnissen verschiedener Zielgruppen gerecht zu werden, und die Angebote entsprechend zu kommunizieren . Er verglich die unterschiedlichen Marken eines Unternehmens mit Schaufenstern: „In mehreren Schaufenstern sind unterschiedliche Angebote dekoriert und dargestellt, so dass der Kunde genau weiß, was das Kaufhaus alles zu bieten hat“. Möglichkeiten der Markendifferenzierung erläuterte Holtmann anhand seiner neuen Marke Expomondo.

Von Missverständnissen und Täuschungen

Dass es im Marketing vornehmlich um unterschiedliche Wahrnehmungen geht, hat Dr. Sascha Skorupka von Artewis in seiner Wissensshow aufgegriffen. Was der Kunde erklärt, der Verkäufer versteht und der Ingenieur baut, muss lange nicht dasselbe sein. Und um im Abschlussgespräch doch wieder auf einen Nenner zu kommen, bedarf es oft nur einiger kleiner Tricks oder aber eines Perspektivwechsels. Dr. Skorupka zeigte eindrucksvolle Experimente rund um Wahrnehmung und Sinnestäuschung und animierte die Gäste zum Mitmachen. Höhepunkt seiner Show: Die Darstellung von reiner Farbe mit einer Kohlebogenlampe. Unsere modernen technischen Geräte seien nicht in der Lage, Farbe in so seichten Übergängen darzustellen, so Skorupka.

Von Netzwerken und Hauptgewinnen

Wer aufmerksam den Impulsvorträgen gelauscht hatte, konnte die Quizfragen lösen und an der Tombola teilnehmen. Die Preisverleihung der Hauptpreise übernahmen die Sponsoren selbst. Zu gewinnen gab es unter anderem ein Nokia-Handy, einen Kyocera-Drucker und ein Wochenende an der Elbe – inklusive Auerochsensafari und Besichtigung der Vielanker-Brauerei – gesponsert vom Party Löwen. Dieser sorgte mit seinem exklusiven Catering auch für das leibliche Wohl, ebenso wie die Hannoversche Kaffeemanufaktur. Musikalisch untermalt wurde das Networking wieder virtuos von der Old Virginny Jazzband.

Quelle: Aufgesang Public Relations GmbH

(Redaktion)


 


 

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