03.01.2012  09:52 Uhr

MHH
Weltweit führend: Nahtlose Herzklappe zum 100. Mal implantiert

Hannover. Für viele Patienten, die an einer Verkalkung der Aortenklappe leiden, ist ein offen herzchirurgischer Eingriff zu risikoreich. Besonders bei älteren Patienten, die zudem noch unter weiteren Begleiterkrankungen leiden, ist das Risiko bei einem Eingriff mit kompletter Durchtrennung des Brustbeines und Anschluss an eine Herz-Lungen-Maschine oft zu hoch. Um diesen Hochrisikopatienten dennoch einen lebensrettenden Herzklappenersatz zu ermöglichen, bietet die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) eine schonende Alternative: Die Implantation einer sogenannten nahtlosen Aortenklappe.

Das Verfahren hat ein Team um Professor Dr. Dr. Axel Haverich, Direktor der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG), und PD Dr. Malakh Shrestha, Leitender Oberarzt der HTTG, am 19. Dezember 2011 bereits zum 100. Mal durchgeführt.

Mit der 100. Implantation einer solchen Prothese steht die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) weltweit an vorderster Stelle. 

Ein großer Vorteil beim Einsatz der nahtlosen Prothesen liegt in der reduzierten Operationszeit: Im Gegensatz zu herkömmlichen Aortenklappenprothesen kann der Chirurg auf eine Fixierung durch zahlreiche Nähte verzichten.

„Nachdem wir die verkalkte Herzklappe entfernt haben, führen wir die Prothese ein und falten sie mittels Ballonkatheter auf. Damit entfällt das vergleichsweise zeitintensive Einnähen der Prothese mit bis zu 15 Stichen“, erläutert Professor Haverich. Auch die Zeit, in der das Herz an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden muss, wird so reduziert. Dadurch gewinnen die Herzchirurgen wertvolle Operationsminuten und das Risiko des Eingriffs wird deutlich gesenkt.

Seit Dezember 2006 werden die nahtlosen Aortenklappenprothesen implantiert, mittlerweile fast ausschließlich in minimalinvasiver Technik: Das heißt, das Brustbein wird nicht vollständig, sondern nur noch im oberen Viertel durchtrennt. So wird der Heilungsprozess beschleunigt, weil es praktisch nicht mehr zu einer knöchernen Instabilität des Brustbeines kommt. Gleichzeitig erfolgt eine wesentlich schnellere Wundheilung. Auch die Schmerzen nach dem Eingriff, etwa beim Husten, sind geringer.

Quelle: MHH


 

(Redaktion)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © MHH/Anna Junge



 


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