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UN-Klimakonferenz

Presseschau

Mitteldeutsche Zeitung:

Halle (ots). Die Fakten liegen auf dem Tisch. Der IPCC-Bericht von 2007 bildet die Grundlage für die heutige Klimadiskussion. Der Temperaturanstieg hat laut 100-jährigem linearem Trend weltweit zugenommen. Änderungen der Treibhausgaskonzentrationen, neue Landnutzung und Sonneneinstrahlung verändern das Klimasystem. Die Emissionen von Kohlendioxid und anderer Treibhausgase sind als Folge menschlicher Aktivitäten seit 1750 gestiegen und verändern das System weiter.
Der Meeresspiegel steigt durch thermische Ausdehnung der Ozeane, schmelzende Gletscher, Eiskappen und polare Eisschilde. Niederschläge nehmen in nördlichen Gebieten zu, in äquatornahen Gebieten dagegen ab. Das Klima ist im Wandel und der Mensch wird sich anpassen oder reagieren müssen.

Berliner Morgenpost:

Berlin (ots) - Wenn es eines Belegs bedürfte für die Tatsache, dass sich die Dinge mittlerweile sehr zügig ändern, dann sollte man sich die Vorberichte über den heute beginnenden Klimagipfel in Kopenhagen beugen. Von einem US-Präsidenten ist dort die Rede, der darauf hoffen lasse, dass dieses Spitzentreffen den Durchbruch bringen könnte für einen effizienten internationalen Klimaschutz. Von sogenannten Schwellenländern, die ihre Kohlendioxidemissionen absenken wollen bei anhaltendem wirtschaftlichen Erfolg. Von einem deutschen Umweltminister, der der CDU angehört, aber mehr Werbung für eine ernsthafte Klimaschutzpolitik macht als der überzeugteste Umweltschützer. Demnächst, so könnte man vermuten, wird der smarte Norbert Röttgen noch als Greenpeace-Aktivist vom Brandenburger Tor grüßen. Das war so kaum vorhersehbar, wenn man sich an die Anfänge der Öko-Bewegung erinnert, an Wollsocken und Jesuslatschen. Die Weltpolitik ist ergrünt im letzten Jahrzehnt, keine Frage, Bio gehört zum guten Ton und selbst in der Union traut sich kaum noch einer, ein gutes Wort für die "Übergangstechnologie" Kernkraft einzulegen. Man könnte jetzt böswillig unterstellen, dass es sich bei dieser fortschreitenden Ökologisierung des Politischen um eine der üblichen Modeerscheinungen handelt, denen gesellschaftliche Entwicklungen auch auf höchster Ebene unterworfen sind. Ein Politiker, der heutzutage sagen würde, dass ihm die Umwelthysterie auf den Nerv gehe und ihm Kopenhagen deshalb komplett schnuppe sei, wäre bei ziemlich vielen Wählern untendurch. Umweltschutz ist eine gesellschaftliche Grundwelle, der sich auf Zustimmung angewiesene, demokratisch gewählte Repräsentanten derzeit nur sehr schwer entziehen können. Umweltpolitische Bekenntnisse, so könnte man es auch ausdrücken, sind also ziemlich wohlfeil in diesen Tagen. Leider verhält es sich mit großer Wahrscheinlichkeit anders: Klimaschutz ist die pure Notwendigkeit, der sich angesichts von Daten und Prognosen kein Politiker entziehen kann, der es einigermaßen gut meint mit der Spezies Mensch. Die fortschreitende Erwärmung unseres Klimas kann mittlerweile auch ein Laie wahrnehmen, die wissenschaftlichen Projektionsverfahren, die die Folgen dieser Entwicklung prognostizieren, sind hinreichend exakt, ihre Ergebnisse unter dem Strich niederschmetternd, selbst wenn es am Ende nicht ganz so schlimm stehen sollte wie von vielen befürchtet. Insofern ist nur zu begrüßen, dass die Gipfelteilnehmer sich vor Beginn ihrer zwölftägigen Klimakonferenz selbst einen erheblichen Erfolgsdruck auferlegt haben. Nach all den Beteuerungen und Terminplanänderungen, nach all den großen Worten der vergangenen Tage muss Kopenhagen ein Erfolg werden, wenn sich die politische Elite dieser Welt nicht auf die Knochen blamieren möchte. Ein "historisches Übereinkommen" werde man treffen, kündigte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon an. Man sollte ihn beim Wort nehmen.

Kölnische Rundschau (Werner Grosch):

Barack Obama hat wieder mal ein Zeichen gesetzt. Just am Wochenende vor Beginn des Klimagipfels kündigt er an, zur entscheidenden Phase der Konferenz nach Kopenhagen zu reisen - und nicht in der ersten Woche, in der er ohnehin zur Verleihung des Friedensnobelpreises in der Nähe ist. Das ist ein starkes Zeichen, aber auch ein gewagtes Spiel.
Schon die Pleite bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2016, bei der Obama und seine Frau persönlich und vergeblich für Chicago warben, hat vorgeführt, dass auch der Einfluss des US-Präsidenten begrenzt ist. Eine Demonstration, die im Übrigen nur gut war. So hat das IOC seine Unabhängigkeit nachgewiesen. Scheitert aber der Klimagipfel, dann ist der Schaden für den US-Präsidenten ungleich größer.
Das aber ist noch nicht das ganze Risiko. Obama muss ein starkes Angebot im Gepäck haben, wenn er kommt. Und das muss er erst noch durch den Kongress bringen. Die Widerstände gegen ehrgeizige Ziele und vor allem globale Verpflichtungen sind auch in seiner eigenen Partei noch immer nicht erlahmt. Die Gefahr ist groß, dass es Obama nachher geht wie Al Gore 1997, der in Kyoto als Vizepräsident die Verhandlungen führte und ein Abkommen mit unterschrieb, das die USA dann nie ratifizierten.
Dennoch: Obama setzt den Kessel unter Dampf. Das wird der Konferenz gut tun, deren Chancen in den vergangenen Wochen schon munter kleingeredet wurden. Jetzt ist es unter anderem an der EU, ein weiteres Zeichen zu setzen. Von den Europäern werden vor allem Finanzzusagen an die Entwicklungsländer erwartet. Und die wären keine milde Gabe, sondern nur die Konsequenz aus der Tatsache, dass hier und in den USA die Hauptverantwortlichen für den längst begonnenen Klimawandel sitzen.
Umweltminister Röttgen hat nun gefordert, dass das Ziel, die Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, unbedingt Teil eines neuen Abkommens sein muss. Wenn das ernst gemeint ist, dann muss auch die EU über ihre bisherigen Versprechungen hinausgehen.

Der Tagesspiegel:

Berlin (ots) - Der neue Geschäftsführer der Umweltorganisation Greenpeace, Kumi Naidoo, verlangt beim Weltklimagipfel in Kopenhagen einen "fairen, ambitionierten und verbindlichen Vertrag ". In einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel (Montagsausgabe) sagte Naidoo: "Wenn es möglich ist, über Nacht Billionen Dollars zu mobilisieren, um Banken zu retten, dann muss es doch auch möglich sein, eine kleinere Summe für die Rettung des Klimas auszugeben." Nur wenn es einen verbindlichen Vertrag gebe, könne es bei der Umsetzung der Klimaschutzanstrengungen die notwendige Transparenz geben, fuhr Naidoo fort. "Wir werden die Regierungen in reichen und armen Ländern in gleicher Weise an ihre Verantwortung erinnern, auch im Umgang mit dem Geld für den Klimaschutz", sagte er. Damit setzte er sich etwas von den Umwelt- und Entwicklungsorganisationen ab, die im Vorfeld des Kopenhagener Gipfels lediglich die Industriestaaten auffordern, große Geldmengen für die Entwicklungsländer zur Verfügung zu stellen, ohne nach deren Verlässlichkeit zu fragen. Naidoo meint: "Ich bin sogar vorsichtig optimistisch, dass diese große Aufmerksamkeit für das Thema in Kopenhagen, es uns leichter machen könnte, auf mehr Zuverlässigkeit der Regierungen zu drängen."

Quelle: Presseportal

(Redaktion)


 


 

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