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Psychologie

Job und Charakter müssen zusammenpassen

Claudia Harzer und Willibald Ruch vom Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik der Universität Zürich behaupten in ihrer Studie, dass Charakterstärken und Job zueinander passen müssen. Nur dann hätte der Arbeitnehmer Spaß an seiner Arbeit und würde einen Sinn darin erkennen.

Signaturstärken wichtig

"Es geht in dieser Studie nicht um höher, weiter, größer, sondern um passender", sagt Claudia Harzer.

Den Wissenschaftlern nach könnten sowohl ein Manager mit mehreren Studienabschlüssen als auch ein Fließbandarbeiter ähnlich glücklich sein in ihrem Job. Die Forscher definieren Charakterstärken als moralisch positiv bewertete Eigenschaften. Dazu zählen Selbstkontrolle, Teamwork und Freundlichkeit.

Diese Charakterstärken sollen einer Person eigen sein. Die Summe der Charakterstärken bezeichnen sie als Signaturstärken.

Davon besitzt, so die Forscher, jede Person drei bis sieben. Der Einsatz dieser Signaturstärken im Beruf gehe mit mehr positivem Erleben bei der Arbeit einher, also mit Spaß, Flow, Sinnerleben oder Zufriedenheit und Berufung.

Dennoch muss Harzer einräumen, dass bestimmte Charakterstärken auch anerziehbar sind und in den unterschiedlichen sozialen Milieus auch unterschiedlich ausgeprägt sein können.

Zufriedenheit bleibt relativ

In ihrer Studie befragten Harzer und Ruch über 1.000 berufstätige Personen nach der Ausprägung ihrer Charakterstärken, ob sie diese Stärken bei der Arbeit einsetzen können und wie positiv sie ihre Arbeit erleben.

In ihrer zweiten Studie analysierten die Wissenschaftler neben Selbsteinschätzungen zusätzlich, wie Arbeitskollegen der Probanden die Charakterstärken beurteilten.

In beiden Studien hatten Personen, die vier und mehr Signaturstärken bei der Arbeit anwenden können, die höchsten Werte im positiven Erleben. Harzer und Ruch möchten mit ihren Befunden Hinweise für Unternehmen liefern, die für die Personalauswahl, Personalentwicklung und Arbeitsplatzgestaltung nützlich sind.

"Wird vor der Besetzung einer Stelle abgeklärt, welche Charakterstärken für die Arbeit zentral sind, so kann eine Person anhand dieser Stärken rekrutiert werden. Davon profitieren dann Arbeitgeber und Arbeitnehmer", sagt Harzer.

(Redaktion)


 


 

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