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Spendenzweck: Jeder sechste Deutsche entscheidet aus dem Bauch heraus

Alle Jahre wieder: In der Advents- und Weihnachtszeit sind die Deutschen besonders spendenfreudig. Doch nicht jede Organisation, die um Spenden bittet, ist seriös. Trotzdem entscheidet fast jeder sechste Spendenwillige intuitiv bei der Auswahl des Spendenzwecks, wie eine aktuelle Postbank Studie zeigt.

Geschätzte vier Milliarden Euro spenden Privatpersonen in diesem Jahr laut Deutschem Spendenrat. Davon fällt knapp ein Viertel der Summe in den Monat Dezember. Spendenwillige haben die Qual der Wahl: Etwa 600.000 gemeinnützige Vereine und 15.000 gemeinnützige Stiftungen gibt es in Deutschland. „Viele werben um Spenden. Doch nicht alle arbeiten seriös“, betont Isabell Gusinde von der Postbank. Eine aktuelle Umfrage von Emnid im Auftrag der Postbank zeigt, dass aus diesem Grund viele Spender (42 Prozent) nur bekannte Organisationen unterstützen, wie das Rote Kreuz, den Kinderschutzbund oder das Tierheim in der Nähe. Andere (19 Prozent) recherchieren im Vorfeld genau, was mit ihrem Geld passiert. Und vier Prozent der Spender verlassen sich auf die Empfehlung von Freunden.

Allerdings entscheidet immer noch jeder Sechste (18 Prozent) entweder aus dem Bauch heraus, vor allem wenn jemand sein Mitleid erregt, oder spontan, wenn er auf der Straße oder an der Haustür angesprochen wird. Das Problem: „Eine staatliche Kontrolle, ob der Spendenzweck auch wirklich eingehalten wird, existiert nicht“, so Isabell Gusinde.

Wie lassen sich „schwarze Schafe“ erkennen?

Es gibt Orientierungshilfen: Das wichtigste Kriterium ist, dass der Spendenempfänger als steuerbegünstigt anerkannt ist, weil er gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgt. Dazu muss ein sogenannter Freistellungsbescheid vorliegen. Auch sollte die Organisation auf Wunsch aussagekräftiges Material über ihre Aktivitäten zur Verfügung stellen sowie einen Geschäfts- oder Jahresbericht mit Informationen über die Mittelverwendung veröffentlichen. Bei aggressiver, mitleidserregender Werbung ist dagegen Vorsicht geboten.

Steuertipp: Bis zu einer Höhe von 20 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte können Spenden als Sonderausgaben abgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass es sich zum Beispiel um Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen, staatliche Behörden oder für die Hilfe im Katastrophenfall handelt. Zuwendungen an politische Parteien sind bis zu 1.650 Euro (bei Ehepaaren 3.300 Euro) im Kalenderjahr als Sonderausgabe abzugsfähig, wenn der Spender dafür noch keine Steuerermäßigung erhalten hat.

Quelle: Deutsche Postbank AG

(Redaktion)


 


 

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