12.01.2012  17:29 Uhr

NWJ-Impulse
Kunst trifft Kommerz: NWJ Neujahrsempfang im Sprengel Museum

Hannover. Rund 280 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft kamen am Dienstagabend ins Sprengel Museum, um sechs Kurzvorträge über das Spannungsfeld „Kunst trifft Kommerz“ zu hören. Anschließend wurde bei dem Neujahrsempfang, zu dem das Sprengel Museum Hannover, Gehrke Econ und das Niedersächsische Wirtschaftsjournal eingeladen hatten, bei Fingerfood und feinster Jazzmusik über die gehörten Thesen diskutiert und Networking betrieben.

Heiner Nebel vom Niedersächsischen Wirtschaftsjournal moderierte den Abend gewohnt charmant, schuf zu jedem der Referenten eine persönliche Überleitung. Die sechs Experten näherten sich dem Thema „Kunst trifft Kommerz“ von verschiedenen Seiten. Schon das Format war spannend: Sechs Minuten hatte jeder Referent Zeit, um seine Sichtweise zu erläutern. Keine einfache Aufgabe, wie Ulrich Gehrke von Gehrke Econ feststellte. Für seinen Vortrag „Wie Kunst sich rechnet“ galt es, „Anderthalb Regalmeter Fachliteratur in sechs spannende, allgemeinverständliche Minuten zu verpacken“.

Über die Auswahl von Kunst

Robert Drees von der gleichnamigen Galerie machte das Publikum mit dem etwas sperrigen Titel „Whatyouheariswhatyouget – Über die Auswahl von Kunst“ neugierig. Er zeigte, wie Unternehmen mit Kunst ihre Philosophie den Besuchern bereits auf den ersten Blick verdeutlichen können. Und dass Galerien Unternehmen wie Privatleuten zur Seite stehen, um die richtige, nämlich individuell passende Kunst, auszuwählen. Sein Fazit (gemäß einem Zitat Ernst Barlachs): „Zu jeder Kunst gehören zwei: Einer, der sie macht, und einer, der sie braucht – und einer, der beide zusammenbringt!“

Kunst voll versichert

Gleich zwei Experten von Versicherungen kamen an diesem Abend zu Wort: Heinz-Wilhelm Gieseke (VGH Versicherungen) riet den Zuhörern, den optimalen Schutz – auch versicherungsrechtlich – ihrer Kunstobjekte sicherzustellen. Wobei der Aufwand natürlich stark objektabhängig ist: Je nach dem, ob es sich um Außenkunstwerke, Kunst in stark frequentierten Räumen oder eben auch in nachts verwaisten Industriegebieten handelt. Als Spezialversicherer von Museen versichert die VGH übrigens niedersächsische Museen von A (August Kestner Museum) bis W (Wilhelm-Busch-Museum).

Michael Vieregge von der Concordia Stiftung „Mensch – Natur – Gemeinschaft“ widmete sich dem Thema „Kunst und Sponsoring“. Handelt es sich bei Kunst und Kommerz nun um ein Liebesverhältnis oder um ein Spannungsfeld? Er machte klar, dass Kunst nur durch Geld gedeihen kann. Das war übrigens schon immer so: Bereits im 15. Jahrhundert förderte das Bankhaus Medici die schönen Künste. Allerdings nicht unbedingt aus selbstlosen Gründen: Auch die Medici-Familie wollte damit ihren Ruf positiv beeinflussen. Und auch heute sind Künstler auf Sponsoren, Spender und Mäzen angewiesen. Vieregges Aufforderung ans Publikum:„Kaufen Sie ein Bild, wenn es Ihnen gefällt. Fördern Sie Künstler und ihre Entwicklung. Achten wir aber auch auf Rahmenbedingungen, die Kunst in der Gesellschaft möglich machen.“


 
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Bild Nr. 1 © NWJ



 


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