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Statement BVMW

"Russland-Sanktionen - nutzen wenig und schaden vielen"

Zu dieser Feststellung gelangt Karl-Wilhelm Veigt, Leiter Metropolregion Hannover des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), angesichts der wechselseitigen Sanktionen zwischen der EU und Russland.

„Die von uns bereits vor Monaten genannten Befürchtungen, dass der deutsche Mittelstand unter den gegen Russland ausgesprochenen Wirtschaftsbeschränkungen zu leiden hätte, haben sich leider bestätigt, ohne die Ukraine-Krise auch nur im geringsten zu lindern“, so Veigt.

"Dank der traditionell guten Geschäftsbeziehungen konnten Niedersachsens Unternehmer im vergangenen Jahr Waren im Wert von 3,3 Milliarden Euro nach Russland exportieren. Laut dem Niedersächsischen Landesamt für Statistik sank dieses Exportvolumen in den ersten fünf Monaten 2014 dramatisch um über 24 Prozent. Unser Bundesland ist bereits seit 1991 mit verschiedenen Regionen Russlands partnerschaftlich verbunden“, erklärt Karl-Wilhelm Veigt. "Der durch große Verunsicherung und tatsächliche Sanktionen entstandene Einbruch bei den wirtschaftlichen Beziehungen, trifft Niedersachsens Mittelständler darum besonderes hart.“

"Aber auch die gesamtdeutsche Wirtschaft wird durch das ökonomische Säbelrasseln empfindlich getroffen. Die Auftragseingänge sind im Juni gegenüber dem Mai um 3,2 Prozent zurückgegangen – das ist der stärkste Rückgang seit drei Jahren. Das kostet Deutschland ohne Zweifel Wachstum und gefährdet bis zu 300.000 Arbeitsplätze“, meint Veigt." Allein diese Zahlen müssten den politischen Entscheidungsträgern zwei Tatsachen verdeutlichen: Sanktionen eskalieren die Situation zusätzlich und erschweren es, eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden. Bei einem Handelskrieg gibt es am Ende nur Verlierer.“

"Die Mehrzahl der rund 6.300 deutschen Unternehmen auf dem russischen Markt sind Mittelständler. Sie haben rund 20 Milliarden Euro investiert und erwirtschaften jährlich ein Exportvolumen von 36 Milliarden Euro. Gemäß der Einschätzung Veigts, gehören der Mittelstand und die russische Bevölkerung zu den klaren Verlierern dieses sich entwickelnden Wirtschaftskrieges. Das eigentliche Ziel, nämlich die Krise in der Ukraine zu beenden, ist mit diesen Mitteln offensichtlich nicht zu erreichen“, meint der BVMW-Vertreter.

„Als Stimme des Mittelstands fordern wir darum alle Beteiligten auf, sich einzugestehen, dass es bei dieser Sanktionsspirale keinen Gewinner geben kann. Eine Lösung der Ukraine-Krise wird sich nur durch Verhandlungen erzielen lassen. Deutschland ist als stärkste Wirtschaftsmacht Europas und aufgrund seiner langjährigen guten Wirtschaftsbeziehungen zu Russland hier in besonderem Maße gefragt. Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Steinmeier sollten diese Erfahrungen nutzen, um weiter durch engagierte Verhandlungen endlich eine friedliche Lösung zwischen Europa, Russland und dem Brückenland Ukraine zu erzielen. Bleibt zu hoffen, dass sich auf beiden Seiten endlich wieder die Vernunft durchsetzt, bevor noch größerer Schaden entsteht.“

Quelle: BVMW - Bundesverband mittelständische Wirtschaft

(Redaktion)


 


 

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