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Schweinegrippe & Co. - Ist die Gefahr vorbei?

Impfprogramme für Unternehmen

In Anbetracht dieser Situation stellt man sich in vielen Unternehmen und Behörden die Frage, ob ein Impfprogramm für die Belegschaft nützlich ist.
Dies ist nur eingeschränkt, z.B. für bestimmte Risikogruppen sinnvoll. Die ständige Impfkommision des RKI hat hierzu eine aktualisierte Impfempfehlung herausgegeben:

• Weiterhin sollen medizinisches Personal, chronisch Kranke und Schwangere vorrangig geimpft werden.
Die Ständige Impfkommission hat die Impfempfehlung zudem erweitert und empfiehlt in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Impfstoffe die Impfung aller Indikationsgruppen.
Zunächst sollen nach Impfung der drei oben genannten Risikogruppen ungeimpfte Risikopersonen des selben Haushalts (z.B. Eltern von Kindern unter sechs Monaten, die nicht geimpft werden können oder Haushaltskontakte nicht geimpfter chronisch Kranker) sowie Kinder und junge Erwachsene im Alter bis 24 Jahre ohne Grundkrankheit eine Impfung erhalten.
Im weiteren Verlauf sollen anschließend gesunde Personen im Alter von 25 bis 59 Jahren und schließlich auch gesunde Personen ab 60 Jahre geimpft werden.
Für alle Personen ab einem Alter von sechs Monaten reicht eine einzige Impfung mit dem Impfstoff Pandemrix. (Quelle: http://www.rki.de/, Stand: 5.12.2009)

Bedenkt man, dass eine Ampulle des Impfstoffes lediglich eine Haltbarkeit von einem Tag hat und für 10 Impfungen reicht, so ist erkennbar, dass z.B. bei betriebsinternen Impfprogrammen ein gewisser organisatorischer Aufwand im Vorfeld einer Impfung nötig ist, um über die richtige Menge an Impfstoff an diesem Tag zu verfügen und nicht Gefahr zu laufen angefangene Ampullen, entsorgen zu müssen. Darüber hinaus ist die Verunsicherung auf Seiten der Belegschaft hinsichtlich einer Impfung recht groß. Grund hierfür sind einige Todesfälle nach einer Impfung mit Pandemie. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) konnte jedoch beruhigen: Diese Todesfälle stünden in keinem direkten Zusammenhang mit der Impfung. Meist wären unerkannte Vorerkrankungen die Todesursache. Es gibt aber auch positive Resonanz aus den Unternehmen zu vermelden. So wird z.B. das mobile Impfprogramm des Flughafens Hamburg sehr gut angenommen. Bei diesem Unternehmen besteht aufgrund des alltäglichen Kontaktes mit einer Vielzahl an Passagieren eine erhöhte Ansteckungs- und Verbreitungsgefahr. Es bleibt jedoch zu bemerken, dass seitens des Arbeitnehmers keine Pflicht zur Teilnahme an einer Impfung besteht und ihm auch arbeitsrechtlich keine Nachteile bei einer möglichen Erkrankung aus einer Nichtimpfung entstehen können.

Tipps für Unternehmen

Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation wirken sich die Folgen der Schweinegrippe nicht so gravierend aus, wie befürchtet wurde. In vielen Unternehmen herrscht derzeit Kurzarbeit aufgrund fehlender Nachfrage und leerer Auftragsbücher. Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen sind so noch nicht sehr spürbar. Trotzdem ist es gerade in Anbetracht der langsam anziehenden Konjunktur ratsam, vorbereitet zu sein und eine Verbreitung der Grippe zu verhindern. Hierzu sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:

persönlich:

- häufiges Händewaschen
- Hände ggf. desinfizieren
- hygienisch Husten (z.B. mit Hand vor den Mund oder in den Ärmel; dabei von Mitmenschen wegdrehen)
- regelmäßig lüften
- bei Erkrankung zu Hause bleiben (keinen Präsentismus fördern)
- Symptome erkennen und ernst nehmen
- Familie schützen
- ausreichend Zeit zur Genesung nehmen

arbeitsspezifisch:

- kranke Mitarbeiter nach Hause schicken
- Möglichkeit der Heimarbeit prüfen
- Großveranstaltungen (Betriebsversammlungen, Konzerte, U- & S-Bahn) meiden
- Desinfektionsmittel auf Betriebstoiletten zur Verfügung stellen
- Aushänge mit Anleitung zur Desinfektion der Hände
- für Außendienstmitarbeiter Desinfektionstücher zur Verfügung stellen
- interne E-Mail-Hotline für Fragen einrichten
- ggf. einen Pandemieplan entwickeln

Als Fazit lässt sich sagen, dass die Gefahr der Grippe noch nicht vorüber ist. Es muss zum Anfang des nächsten Jahres mit einer zweiten, noch schwereren Grippewelle gerechnet werden, auf die sich die Unternehmen und Behörden einstellen müssen.

(Redaktion)


 


 

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