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Konjunkturprognose

Anstieg der Arbeitslosigkeit kann nicht verhindert werden

Die einsetzende wirtschaftliche Erholung in den OECD-Ländern ist noch zu schwach, um einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. In den USA dürfte die Arbeitslosenquote Mitte 2010 ihren Höhepunkt erreichen. In der Eurozone dürfte es bis Anfang 2011, in Deutschland bis Mitte 2011 dauern, ehe die Arbeitslosigkeit wieder fällt.

Zu dieser Einschätzung kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrer aktuellen Konjunkturprognose, die heute in Paris vorgestellt wurde. Der Aufschwung verläuft bislang schleppend, weil private Haushalte und Unternehmen nach wie vor mit einer Konsolidierung ihrer Finanzen und mit Schuldenabbau beschäftigt sind. Angesichts der nur langsamen Erholung und erheblicher freier Kapazitäten wird die Inflation noch bis weit ins Jahr 2010 zurückgehen, heißt es im OECD-Wirtschaftsausblick Nr. 86.

Für Deutschland erwartet die OECD im kommenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent (ohne Arbeitstagsbereinigung 1,6 Prozent), für 2011 einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,9 Prozent (ohne Arbeitstagsbereinigung 1,8 Prozent). Im laufenden Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dagegen um 4,9 Prozent zurückgegangen sein. Triebkraft für die anziehende Konjunktur in den kommenden Jahren sind die Exporte. Diese werden 2010 um 7,2 Prozent wachsen, nach einem Rückgang von 14,4 Prozent im laufenden Jahr. Für 2011 rechnet die OECD mit einem weiten Anstieg der Exporte um 8,1 Prozent.

Die Inlandsnachfrage wird in Deutschland im kommenden Jahr dagegen nur um 0,4 Prozent zulegen, 2011 um 0,9 Prozent. Dabei wird 2010 die Inlandsnachfrage vor allem durch die aufgrund der Konjunkturprogramme stark gestiegenen öffentlichen Investitionen gestützt. Mit dem Auslaufen der öffentlichen Ausgabenprogramme im darauffolgenden Jahr dürften steigende Investitionen der Unternehmen und ein leicht anziehender privater Konsum die Binnennachfrage stabilisieren.

Angesichts der Tiefe der Rezession ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland in diesem Jahr nur moderat gestiegen. Auch 2010 und 2011 wird der konjunkturbedingte Beschäftigungsrückgang vergleichsweise gering ausfallen. Dennoch steigt die Arbeitslosigkeit 2010 auf 9,2 Prozent (nach ILO-Standard) - von 7,6 Prozent in diesem Jahr. Für 2011 rechnet die OECD mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote auf 9,7 Prozent.

In Deutschland wird sich die Lage der öffentlichen Haushalte in den kommenden zwei Jahren vor allem aufgrund sinkender Einnahmen aus Steuern und Sozialbeiträgen deutlich verschlechtern. Für 2010 rechnet die OECD mit einem Defizit von 5,3 Prozent des BIP. Auch 2011 wird Deutschland mit einem Defizit von 4,6 Prozent die Grenzen des Euro-Stabilitätspaktes deutlich überschreiten. Die für Anfang 2010 und 2011 angekündigten aber noch nicht endgültig beschlossenen Steuerentlastungen sind in diesen Projektionen nicht enthalten. In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass die kürzlich beschlossene Fiskalregel ab 2011 erhebliche Konsolidierungsanstrengungen erfordert.

OECD

(Redaktion)


 


 

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