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  • 25.03.2020, 14:48 Uhr
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  • Deutschland
Update 25 März 2020

Coronavirus: Die Welt testet am Markt befindliche Präparate

Um einer Pandemie, wie sie jetzt vom neuartigen Coronavirus ausgelöst wurde, einzudämmen, kann man vorbeugend impfen – so denn ein Impfstoff bereitsteht. Was bei Sars-CoV-2 noch nicht der Fall ist und noch längere Zeit dauern kann.

Erkrankten Personen kann aber auch ein Medikament helfen, um den Krankheitsverlauf abzuschwächen und wieder vollständig zu genesen. Hier setzen Forscher und Mediziner auf der ganzen Welt an. Denn es könnte durchaus sein, dass bereits am Markt befindliche und zugelassene Medikamente die Wissenschaft voranbringen und schneller als erwartet ein Medikament zu Verfügung steht.

Neben der Suche nach einem vorbeugenden Impfstoff, wie es ihn für die Grippe ja schon lange gibt, setzt die Wissenschaft auf weitere Wirkstoffe, die bereits in diversen zugelassenen Arzneien vertreten sind. Im Fokus stehen dabei Medikamente aus drei unterschiedlichen Gruppen. Dies sind antivirale Medikamente, Immunmodulatoren sowie Medikamente für Lungenkranke.

Lesen Sie auch: Coronavirus: Ein am Markt befindliches Medikament könnte rasch helfen

Bekannte Antivirale Wirkstoffe in der Experimentierphase

Antiviral wirkt zum Beispiel Remdesivir. Es sollte ursprünglich helfen, die Ebolakrankheit zu bekämpfen, zeigte sich aber weitestgehend wirkungslos. Beim 2012 aufgetauchten MERS-Coronavirus hingegen zeigte sich, dass der Inhaltsstoff Wirksamkeit entfaltetet. Jetzt laufen parallele Studien, um die Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 zu erforschen. Das Pharmaunternehmen CytoDyn testet seinen Antikörper-Wirkstoff Leronlimab als mögliche Waffe. Es ist in der Erprobung als HIV-Medikament – die Testung, ob es zur Behandlung von Covid-19 taugen könnte, wird jetzt hinzugenommen. Auch die gegen HIV eingesetzte Wirkstoffkombination aus Lopinavir und Ritonavir geht ins Rennen. Ebenso sind Studien mit einer Kombination der Präparate Ritonavir und Danoprevir sind angelaufen.

Im Fokus stehen etablierte Medikamente, die sich gegen die Grippe, Lungenkrankheiten, HIV oder auch Malaria bewährt haben. Das Tübinger Unternehmen Atriva Therapeutics prüft, ob sein Anti-Grippe-Wirkstoff ATR-002 auch als Hemmer der Erreger von SARS-CoV-2 eingesetzt werden kann. Chloroquin wiederum ist ein Malariapräparat in Ruhestand. Bewährt, aber in den vergangenen Jahren kaum noch verordnet. Wiederum waren es chinesische Wissenschaftler, die mit dem Medikament erste Studien absolviert haben. Anscheinend mit Erfolg, denn der Pharmariese Bayer fährt die Produktion wieder hoch. Des Weiteren stehen Wirkstoffe wie Plaquenil, Camostat Mesilat und Brilacidin im Fokus der Forscher.

Lungenmedikamente werden auf Tauglichkeit gegen SARS-CoV-2 getestet

Medikamente für Lungenkranke finden ebenfalls die Aufmerksamkeit der Pharmaforscher. Das kanadische Unternehmen Algernon Pharmaceuticals prüft, ob sein Lungenmedikament NP-120 mit dem Wirkstoff Ifenprodil auch als Coronamittel zum Einsatz kommen könnte. Ähnliche Wirkstoffe sind Pirfenidon, Solnatide und BXT-25. Dieses sorgt für eine verbesserte Sauerstoffaufnahme über die Lunge und könnte den intensivmedizinischen Einsatz der künstlichen Beatmung hinauszögern.

Sicherlich entsteht hier ein Wettlauf gegen die Zeit und ein gesunder Wettbewerb, der die Suche nach einem geeigneten Medikament forciert. Welches Unternehmen zu guter Letzt mit seinem möglichen Coronaviren-Hemmer die Nase vorn hat bleibt abzuwarten. Hektisch geforscht und erprobt wird rund um den Globus. Und selbstverständlich geht es auch um eine Menge Geld. Denn wer hier letzten Endes als Erster über die Zielgeraden geht kann mit einem Milliardengeschäft rechnen.

(Redaktion)


 

 

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