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Ausbildung

Noch über 700 freie Lehrstellen für 2013

Kleine und mittlere Unternehmen tun sich immer schwerer, Nachwuchs für sich zu gewinnen. Der zukünftige Engpass an beruflich qualifizierten Fachkräften wird mehr als 15 mal größer sein, als der an Akademikern.

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen tun sich immer schwerer, Nachwuchs für sich zu gewinnen. Alleine im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar wird bis zum Jahr 2030 der Engpass an beruflich qualifizierten Fachkräften mehr als 15 mal größer sein, als der an Akademikern. „Laut unserem Fachkräfte-Rechner heißt das konkret: In nur 17 Jahren besteht im IHK-Bezirk ein Engpass an 2900 Akademikern, aber ein deutliche größerer Engpass an 46.000 beruflich Qualifizierten“, umreißt IHK-Hauptgeschäftsführer Axel Nitschke die Problematik.

Diese zeigt sich heute bereits deutlich bei der Lehrstellenbörse in der Print-Media-Academy in Heidelberg: Noch für dieses Jahr bieten alleine die IHK-Mitgliedsbetriebe noch mehr als 700 Lehrstellen an und für das kommende Jahr stehen bereits heute 250 Stellen zur Besetzung aus. „Damit wird den Schülerinnen und Schülern der Region ein breites Spektrum an Ausbildungs- sowie Berufs- und Karrierechancen geboten wie nie“, sagte Nitschke.

Über 20 IHK-Firmen stellen heute in Heidelberg eine breite Palette an Ausbildungsberufen vor: Diese reicht von Köchen, Fachinformatikern, Bürokaufleuten bis hin zu Mechatronikern Tourismuskaufleuten sowie Verfahrensmechaniker. Auch die Kooperationspartner Arbeitsagentur und Handwerkskammer sind mit freien Stellen dabei. „Die Jugendlichen haben heute die Chance Ihre Ausbilder direkt kennen zu lernen und zu schauen, ob die Chemie gleich zu Anfang stimmt“, wirbt Nitschke für diesen Marktplatz der Möglichkeiten.

Schwierig wie nie zuvor ist aber auch, Firmen und Schüler zusammenzubringen. Meist wird sich seitens der Jugendlichen auf bekannte große Firmen konzentriert; der Mittelstand hingegen tut sich zunehmend schwerer auf neue Zielgruppen wie beispielsweise schwache und sehr schwache Jugendliche zuzugehen. Die IHK hat deshalb ein Sonderprogramm zur Fachkräftesicherung beschlossen. Bis 2015 werden rund 1,8 Millionen Euro investiert, um mit einem breiten Aktionsbündel die Sicherung des Fachkräftebedarfs zu gewährleisten.

Ein erstes Angebot wurde heute in Heidelberg vorgestellt. Es soll vor allem kleinen und mittleren Unternehmen helfen, sich auf die Kandidatinnen und Kandidaten einzustellen, die sie aufgrund ihrer schulischen oder individuellen Voraussetzungen früher nicht genommen hätten. „Hier müssen beide Seite dazulernen“, sagte Nitschke. Die Anforderungen an das Ausbildungspersonal in den Firmen sind in einem starken Umbruch begriffen. Im Rahmen eines Pilotprojektes „Stark für Ausbildung“ bietet die IHK deshalb ein umfassendes Qualifizierungs- und Informationsangebot für Ausbilder an. Es wird in einer Mischform von Online-Lernangeboten und Präsenzlernen sein. „Die Ausbilder erweitern also nochmals ihre Qualifikationen“, sagte Nitschke. Sie wollen und müssen sich stärker auf die Zielgruppe der schwächeren Jugendlichen und deren Bedarfe konzentrieren, Förderinstrumente beispielsweise zur betrieblichen Sozialisation kennenlernen. Diese Qualifizierung wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen des Nationalen Pakts für Ausbildung gefördert. Es ist ein Verbundprojekt der Bildungs-GmbH des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk.

„Dazulernen tut erkennbar auch die Politik“, so Nitschke weiter. Vom Ziel, dass mehr als 50 Prozent eines Altersjahrgangs einen Hochschulabschluss erwerben sollen, rücke man allmählich ab. Die Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa sei in hohem Maße eine Akademiker-Arbeitslosigkeit, da am Bedarf der Wirtschaft vorbei qualifiziert wurde. „Unser Modell der dualen Ausbildung entwickelt sich hingegen zum weltweiten Exportschlager. Es wäre sträflich, es gerade hier zu gefährden und den jungen Leuten diese sichere Zukunftschance zu verwehren. Ich hoffe, das sehen Eltern und Lehrer langsam ähnlich: ein Einstieg über eine solide Berufsausbildung ist und bleibt ein hervorragender Weg, der jede Möglichkeit später sich weiter zu bilden offen lässt“, so Nitschke abschließend.

(Redaktion)


 


 

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