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Autoland Baden-Württemberg

Kfz-Branche prägt die Industriestruktur

125 Jahre Automobil im Südwesten

Baden- Württemberg ist in Deutschland der bedeutendste Standort für die »Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen«: Jeder vierte Arbeitsplatz im Kraftwagensektor ist in Baden-Württemberg angesiedelt (2010). Mehr als ein Fünftel des Branchenumsatzes werden hier erwirtschaftet und rund 30 Prozent der deutschlandweiten Investitionen des Wirtschaftszweiges in den baden-württembergischen Standorten getätigt.

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes ist diese industrielle Kernbranche nach dem »Maschinenbau« (279 600 Beschäftigte) mit 197 500 Beschäftigten nicht nur der zweitgrößte Industriearbeitgeber im Südwesten, sondern mit 70,7 Milliarden Euro zugleich auch die umsatzstärkste Industrie. Die Umsätze der 307 Betriebe der Branche werden vor allem im Auslandsgeschäft erzielt (46,3 Mrd. Euro). Kaum eine Industrie ist exportorientierter als der Kraftwagensektor. Allein jeder dritte im Auslandsgeschäft erzielte Euro der Südwestindustrie entfällt auf die Renommierbranche. Die Exportquote der Branche, die bereits Mitte der 1990er-Jahre mit 45 Prozent deutlich über dem Wert der Südwestindustrie (32 Prozent) lag, ist im Zuge der weltweiten wirtschaftlichen Globalisierung rasant auf 66 Prozent angestiegen (Südwestindustrie: 50 Prozent). In den letzten Jahren sind auf den wichtigen Absatzmärkten deutliche Verschiebungen zugunsten der Nicht-Eurozone eingetreten: 75 Prozent des Auslandumsatzes werden inzwischen mit Kunden außerhalb des Euro-Raumes erzielt. Insbesondere die heimischen Premium-Hersteller profitieren von der Wachstumsstärke wichtiger Schwellenländer wie beispielsweise China. Der nach dem massiven Konjunktureinbruch im Krisenjahr 2009 unerwartet rasche konjunkturelle Erholungs- und Aufholprozess in 2010 ist nicht zuletzt der dynamischen Nachfrage aus diesen Schwellenländern nach Produkten »Made in Baden-Württemberg« zu verdanken.

Der Kraftwagensektor ist trotz der globalen Ausrichtung fest in Baden-Württemberg verankert. Regelmäßig werden hier mit Milliardenbeträgen die höchsten Investitionen unter den Industriebranchen getätigt. Seit fast einem Jahrzehnt werden jährlich zum Teil weit über 30 Prozent des Investitionsvolumens der Südwestindustrie alleine vom Kraftwagensektor getragen. Selbst das Krisenjahr 2009, in dem auch die Investitionstätigkeit der Industrie massiv einbrach (- 24 Prozent), machte hiervon keine Ausnahme: mit 2,8 Mrd. Euro investierte die Branche allein jeden dritten Euro der Südwestindustrie.

Es wird nicht nur kräftig investiert und exportiert, sondern auch gut verdient. Das durchschnittliche jährliche Bruttoentgelt je Beschäftigten von 52 600 Euro liegt um ein Fünftel (21 Prozent) über dem Durchschnittswert der Südwestindustrie (43 300 Euro) und zählt zu den höchsten unter allen Industriebranchen. Im Kraftwagensektor werden etwa 15 Prozent des Umsatzes als Bruttoentgelte (10,4 Mrd. Euro) an die Mitarbeiter ausbezahlt (Südwestindustrie: 18 Prozent).

Während die Südwestindustrie mit im Durchschnitt 144 Beschäftigten je Betrieb weitgehend durch klein- und mittelständische Strukturen geprägt ist, weicht der Kraftfahrzeugsektor mit der Dominanz von Großbetrieben markant hiervon ab (643 Beschäftigte je Betrieb). In klein- und mittleren Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten, das sind im Kraftfahrzeugsektor 213 Betriebe oder beinahe 70 Prozent, haben nur 9 Prozent der in der Branche Beschäftigten den Arbeitsplatz (Südwestindustrie: 41 Prozent), die mit 7 Prozent auch einen vergleichsweise geringen Anteil am Branchenumsatz erlösen (Südwestindustrie: 30 Prozent) und lediglich 3 Prozent der in der Branche getätigten Investitionen abdecken (Südwestindustrie: 26 Prozent). Demgegenüber sind in den 27 Großbetrieben der Kfz-Branche mit 1 000 und mehr Beschäftigten 75 Prozent der Arbeitsplätze angesiedelt (Südwestindustrie: 29 Prozent) und werden 83 Prozent des Branchenumsatzes erzielt (Südwestindustrie: 41 Prozent) sowie 90% Prozent der Investitionen getätigt (Südwestindustrie: 49 Prozent).

(Statistisches Landesamt BW)


 


 

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