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Super-Sommer in Baden-Württemberg

Karlsruhe heißeste Stadt nach Waghäusel-Kirrlach

Fast im ganzen Land stiegen die Thermometer am Wochenende über die 35-Grad-Marke. „Mit dem Erdbeereis komme ich kaum noch hinterher“, sagte ein Eisdielen-Betreiber in Tübingen. Besonders heiß hat es die Menschen in der Rhein-Ebene getroffen: In Waghäusel-Kirrlach im Kreis Karlsruhe hat der Deutsche Wetterdienst am Samstag 37,6 Grad gemessen – so heiß war es in diesem Jahr noch nirgendwo in Baden-Württemberg.

Bei der Landesgartenschau müssen die Gießtrupps Sonderschichten einlegen, damit die Blumen nicht vertrocknen. “, sagte der Geschäftsführer vom Kreisbauernverband Rhein-Neckar, Rolf Berger. Gerade um die Sommergerste sei es schlecht bestellt, berichtete der Bruchsaler Landwirt Helmut Jäger. Sie habe nur kleine Körner ausbilden können. Damit tauge die Ernte lediglich als Futtergerste.

Allerdings hat Baden-Württemberg schon ganz andere Hitze-Perioden durchgestanden. Im August 2003 wurden in Karlsruhe und Freiburg mehrmals 40,2 Grad erreicht. Jetzt kam Karlsruhe laut Deutschem Wetterdienst auf gerade mal 37,5 Grad, und Freiburg taucht in der Liste der heißtesten Orte nicht mal auf.

Den Notärzten und Polizisten treibt die Hitze gleich doppelt den Schweiß auf die Stirn: Sie haben in diesen Tagen richtig viel zu tun. In Schramberg (Kreis Rottweil) erlitt eine 78-jährige Autofahrerin durch die Hitze einen Schwächeanfall am Steuer . Ihr Wagen prallte gegen einen Baum, die Frau kam leicht verletzt ins Krankenhaus. Bei Burladingen (Zollernalbkreis) hatte ein Tierhalter seine Schafherde trotz der extremen Hitze völlig ohne Wasser auf der Weide stehen lassen. Als Spaziergänger die Polizei alarmierten, war eines der Schafe schon verdurstet.

In einem Badesee in Zaberfeld (Kreis Heilbronn) ist ein 21- Jähriger ertrunken. Ein Kollege hatte bemerkte, dass der junge Mann nicht mehr aus dem Wasser auftauchte. Die Rettungskräfte fanden den Mann in rund zwei Metern tiefe, alle Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos.

In Südbaden gab es am Samstagabend allerdings auch ein heftiges Unwetter. Vor allem zwischen Offenburg und Freiburg liefen Keller voll, mehrere Bäume wurden entwurzelt. Den südlichen Ortenaukreis, den Kreis Emmendingen sowie den Schwarzwald-Baar-Kreis hat es besonders heftig getroffen: Der Wetterdienst Meteomedia berichtete von extremem Starkregen mit Hagel und schweren Sturmböen. Einige Straßen mussten gesperrt werden, weil umgefallene Bäume, Äste oder Geröll den Weg versperrten. Menschen wurden bei dem Unwetter aber den Angaben zufolge nicht ernsthaft verletzt.

Temperaturrekorde erwartet der Deutsche Wetterdienst in den nächsten Tagen nun zwar nicht. Trotzdem wird es unangenehm: Von Südwesten her komme heiße und allmählich feuchtere Subtropikluft nach Baden-Württemberg, sagte eine Meteorologin. Das klingt nach noch mehr Schweiß. Die Eisverkäufer und Schwimmbäder wird es freuen.

Die heißesten Orte in Baden-Württemberg:
Die Höchstmarken am Samstag (10.07.2010), gemessen vom Deutschen Wetterdienst:

  1. Waghäusel-Kirrlach (Kreis Karlsruhe) 37,6 Grad
  2. Karlsruhe 37,5 Grad
  3. Rheinau-Memprechtshofen (Ortenaukreis) 37,3 Grad
  4. Waibstadt (Rhein-Neckar-Kreis) 36,9 Grad
  5. Baden-Baden-Geroldsau (Kreis Karlsruhe) 36,9 Grad
  6. Mühlacker (Enzkreis) 36,7 Grad
  7. Mannheim 36,6 Grad
  8. Stuttgart 36,6 Grad
  9. Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) 36,6 Grad

Der Rekord für Baden-Württemberg ist damit noch in weiter Ferne: Mitte August 2003 wurden in Karlsruhe und Freiburg mehrmals 40,2 Grad erreicht.

(dpa/lsw)


 


 

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