CyberForum
„Living Labs und Smarter Cities“ – Ein europäisches Thema
Karlsruhe. +++ Europäisches CentraLab-Treffen in Karlsruhe +++ Position als Top-Software-Standort untermauert +++
Karlsruhe ist ein innovativer Software-Standort. Mit seinen Living Labs unterstreicht es diese Position: Living Labs sind Testräume, in denen Verbraucher und Endnutzer neue Produkte unter Praxisbedingungen testen und ihre Meinung zur Produktverbesserung anbringen können. Das macht die Labs zu besonders attraktiven Instrumenten in der Softwareentwicklung. Beim internationalen CentraLab-Seminar wurde nun eine Auswahl dieser Karlsruher Labore internationalen Gästen vorgestellt und diskutiert. CentraLab ist ein Europäisches Forschungsvorhaben, bei welchem der Living-Lab-Ansatz länder- und themenübergreifend angewandt werden soll, so dass ein Netzwerk für ein transnationales Living Lab entsteht. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich zehn Partner aus allen acht mitteleuropäischen Ländern zum CentraLab-Konsortium zusammengeschlossen.
Raus aus dem Elfenbeinturm und direkt in die Praxis – das ist der Grundsatz der Software-Entwicklung in Living Labs. Anwenderorientierung wird hier ganz wörtlich genommen, denn Anwender, sprich Verbraucher und Endkunden, testen neue Produkte selbst und unter Praxisbedingungen. Ihre Rückmeldungen können dann direkt in die Weiterentwicklung einfließen. So gelangen neue Produkte wie Software einfach, preiswert, schnell und unkompliziert zur Marktreife, was die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärkt und zu einer höheren Akzeptanz potenzieller Kunden führt. Das Europäische Forschungsvorhaben CentraLab geht einen Schritt weiter und wendet den Living-Lab-Ansatz länder- und themenübergreifend an, mit dem Ziel, ein Netzwerk für ein transnationales Living Lab zu erschaffen. CentraLab wird von dem CENTRAL EUROPE Programm durchgeführt und durch den ERDF finanziert.
Allein in Karlsruhe gibt es inzwischen mehrere solcher Labore, in denen neue Produkte und Lösungen beispielsweise für die Bereiche altersgerechtes Wohnen, mobile Anwendungen (Apps) und Fahrzeuge der Zukunft getestet und weiterentwickelt werden. Das Karlsruher CyberForum organisierte im Dezember 2011 ein Seminar, um einige dieser Labore und deren aktuelle Projekte internationalen Gästen aus dem Forschungsvorhaben CentraLab vorzustellen.
So wurde unter anderem die Karlsruher Initiative „SmarterCity Karlsruhe“ vorgestellt, die ebenfalls den Ansatz der Living Labs unterstützt, um gerade bürgernahe Entwicklungen vor deren Einführung zu testen. In ihr kommen namhafte Unternehmen wie IBM, EnBW, CAS Software AG und Karlsruher Forschungseinrichtungen wie das KIT Karlsruher Institut für Technologie, die Fraunhofer Institute und FZI zusammen. Gemeinsam diskutieren und erarbeiten unter Koordination der Wirtschaftsförderung Karlsruhe neue Informations- und Kommunikationslösungen zu sechs verschiedenen Handlungsfeldern. Mithilfe intelligenter Lösungen soll die Lebensqualität der Bürger erhöht werden und Engpässe in Transport oder Versorgung offensiv angegangen werden.
Weiterhin wurde im Rahmen des Seminars der Software-Cluster vorgestellt, in dem mehr als 100.000 Menschen in über 11.000 Software-Unternehmen beschäftigt sind (Quelle: Software-Cluster/Fraunhofer ISI). Rund um die Zentren der Software-Entwicklung Darmstadt, Karlsruhe, Kaiserslautern, Saarbrücken und Walldorf arbeiten Universitäten, Unternehmen und Forschungseinrichtungen eng zusammen und entwickeln gemeinsam die Unternehmenssoftware der Zukunft. Auch hier spielen Living Labs eine wichtige Rolle, da bestehende Laboreinrichtungen miteinander verknüpft und hinsichtlich der Anforderungen im Bereich der Softwareentwicklung analysiert werden sollen.
Eine sehr anschauliche Vorstellung ihrer Living Labs gaben die Karlsruher Forschungseinrichtungen Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Forschungszentrum Informatik (FZI) sowie das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie: Das am KIT ansässige Lifecycle Engineering Solutions Center (LESC) ist eine neuartige Forschungseinrichtung für innovative Ingenieurlösungen im Rahmen des Product Lifecycle Management und Virtual Engineering. Als ein Zentrum moderner Virtual Reality Technologien möchte LESC dazu beizutragen, ein Bewusstsein für richtungsweisende Trends und Paradigmenwechsel in verschiedenen Fachbereichen zu schaffen. Das FZI verfügt bereits über drei Living Labs, mit welchen Ideen aus der Forschung und Entwicklung in marktgerechte Produkte umgesetzt werden können. Im Fokus stehen hierbei Lösungen für das Ambient Assisted Living (AAL), die Automobilbranche (Automotive) sowie für mobile Informationstechnologien und Satellitennavigation. Der im wahrsten Sinne des Wortes explosive Vortrag des Fraunhofer-Institutes für Chemische Technologie stellte eine ganz andere Art von Living Labs vor: Explodierende Brennstoffzellen und verpuffende Gase verdeutlichten die Bedeutung der Arbeit von Ingenieuren aus dem Bereich Forschung, Entwicklung und Prüfung von Materialien.
(CyberForum e.V. / Redaktion)
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