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Frauenwirtschaftstage

Qualifikation ist nicht alles! Hindern berufliche Rituale Frauen am Erfolg?

Veranstaltung anlässlich der Frauenwirtschaftstage vom 13. - 15. Oktober 2011

Sie sind sehr gut ausgebildet und von den Unternehmen stark nachgefragte Fachkräfte – trotzdem sind Frauen in den Chefetagen nach wie vor unterrepräsentiert. Die Unternehmensberaterin Regina Schulz greift diese Diskrepanz in ihrem Vortrag am Donnerstag, 13. Oktober 2011, 19 Uhr, in humorvoller Weise an der Hochschule Pforzheim auf. Die Veranstaltung „Erfolgsrituale für Business-Ladies“ findet im Rahmen der landesweiten Frauenwirtschaftstage statt und wird von den Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule und der Stadt Pforzheim, der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald sowie der Handwerkskammer Karlsruhe zusammen getragen.

Weibliche Studierende haben in der Pforzheimer Fakultät für Wirtschaft und Recht die Nase vorn. Rund 56 Prozent der Managementstudierenden sind zurzeit weiblich. Trotzdem ziehen ihre männlichen Kollegen „karrieremäßig“ schnell an ihnen vorbei. Nur 27 Prozent der Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft sind mit Frauen besetzt. Diese Quote hat sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert. In einer Studie haben Professor Dr. Kirsten Wüst und Brigitte Burkart, beide Hochschule Pforzheim, Absolventen der Hochschule interviewt. Ergebnis: Nach nur vier bis neun Jahren haben bereits über 36 Prozent der Männer eine berufliche Spitzenfunktion erreicht, während bei Frauen dieser Prozentsatz bei knapp 26 Prozent liegt und rund acht Prozent weniger verdienten. Gleiche Startpositionen haben ganz unterschiedliche Entwicklungen zur Folge – warum?

„Frauen gehen davon aus, dass Leistung allein ausreicht“, erklärte Barbara Jeske. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim skizzierte in einem Pressegespräch typische weibliche Verhaltensmuster. Während Männer Gehaltserhöhungen einfach einforderten, warteten Frauen oft vergeblich auf berufliche Anerkennung. Frauen müssten die Spielregeln in der Geschäftswelt kennen und anwenden können, forderten die Organisatoren der Pforzheimer Frauenwirtschaftstage.

„Für Frauen stehen andere Faktoren im Mittelpunkt als für Männer“, betonte auch Brigitte Dorwarth-Walter. Seit Jahren verfolge das Handwerk die Strategie, Frauen mit speziellen Veranstaltungen anzusprechen, so die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Karlsruhe. Spezielle Beratungsangebote für Existenzgründerinnen oder der Aufbau von Netzwerken seien Beispiele für dieses Konzept. „Wir sind ein bisschen stolz auf den Erfolg“, so Dorwarth-Walter. Im Handwerk sind rund ein Drittel der Führungspositionen mit Frauen besetzt. Auch in der Handwerkskammer selber habe sich einiges bewegt. „Wir haben hochqualifizierte Frauen, die wir halten wollen. Ein offener Umgang mit der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hilft, den Frauen Perspektiven zu bieten.“

Dass die Realität von Gleichheitsgrundsatz abweiche, stellte auch Stefan Hammes, IHK, im Pressegespräch fest. Im Bereich Unternehmensnachfolge und Existenzgründung herrsche nach wie vor noch „eine andere Denke“, so Hammes. Nur jede fünfte Unternehmensnachfolge bei Familienbetrieben gehe in eine weibliche Hand. Bei einem Verkauf des Betriebs liege der weibliche Anteil der Käufer bei unter zehn Prozent. „Männer haben eine andere Herangehensweise“, so der IHK - Vertreter.

Genau um diese Herangehensweise, der Frage nach den ungeschriebenen Gesetzen und dem oft zurückhaltenden Verhalten der Frauen geht es im Vortrag von Regina Schulz. Um in den Unternehmen Führungspositionen erreichen zu können, müssen Frauen „mitspielen“. Viele Frauen glauben nach wie vor, Ihre Leistung glänze von alleine und befördere sie automatisch auf einen Chefsessel. Mit diesen und anderen Karriereirrtümern räumt die Unternehmensberaterin auf humorvolle Weise auf. Zum Vortrag „Erfolgsrituale für Business-Ladies“ laden Hochschule und Stadt Pforzheim, IHK und Handwerkskammer gemeinsam ein.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in Raum W3.2.03, Tiefenbronner Straße 65, an der Hochschule Pforzheim.

(Hochschule Pforzheim)


 


 

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