Modedesign
Durchdachtes Ausbildungskonzept überdurchschnittlich erfolgreich
Karlsruhe / Pforzheim. Der Traum, eigene Mode zu entwerfen, steht bei den Studieninteressierten am Anfang. Viele Absolventen scheitern bei der beruflichen Realisierung die-ser Vorstellung. Der Traum kehrt sich in einen Alptraum von Arbeitslosigkeit oder einer wackligen Selbstständigkeit um.

Studiengangsleiter Professor Johann Stockhammer (rechts)ist maßgeblich am Erfolg des Pforzheimer Studiengangs Mode beteiligt. Svenja Eckelmann, Creativ-Managerin bei Hugo Boss, schloss 2009 ihr Studium in Pforzheim ab.
Der Pforzheimer Studiengang für Mode kann dagegen auf überdurchschnittlich erfolgreiche Absolventen verweisen. Viele Designer der vergangenen Abschlussjahrgänge arbeiten heute national und international erfolgreich.
In Deutschland werden an knapp 100 Institutionen Modedesigner ausgebildet (Angabe des Verbands Deutscher Mode- und Textildesigner). Fachschulen, Berufskollegs, Universitäten oder Hochschulen stehen hier in einem ständigen Wettbewerb. Die Aufnahmekriterien differieren dabei. In Pforzheim ist ein Eignungstest, in dem die Grundprinzipien der Gestaltung eruiert werden, Pflicht. „Das Gefühl für Form und Farbe, der „gute Strich“ und die persönliche Motivation müssen stimmen“, betont Professor Johann Stockhammer. Der Studiengangsleiter hat viel dazu beigetragen, dass die Pforzheimer Ausbildung heute so erfolgreich ist. Werden die Daten der Absolventen seit 2008 zu Grunde gelegt, gelang neun von zehn Designern der Schritt ins Berufsleben oder in ein anerkanntes Masterstudium sehr zügig.
Das Studium in Pforzheim steht für Qualität, für eine gute Verbindung von Vision und Praxis, für technisches Können und für Kreativität. „Wir legen Wert auf zeichnerische Grundlagen. Mit dem Stift in der Hand, ändert sich oft die Perspektive. Kein Computerprogramm kann dies ersetzen“, so der Stylist aus München. Als eine der wenigen Hochschule räumt Pforzheim nach wie vor der künstlerischen Ausbildung Raum ein. Natürlich entstehen auch in Pforzheim keine Kollektionen nur durch Zeichnungen. Ausgeprägtes handwerkliches Können, das Beherrschen der gängigen Technik, räumliche Vorstel-lungskraft, konzeptionelles Denken und - bei aller Theorie - eine hervorstechende Kreativität, so sieht Stockhammer „seine“ Designer gut aufgestellt. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir irgendetwas fehlt“, bestätigt auch Svenja Eckelmann diese Einschätzung. Die heutige Creativ-Managerin arbeitete bereits bei ihrer Abschlussarbeit eng mit dem Unternehmen Boss zusammen und konnte im Sommer 2009 direkt von Pforzheim nach Metzingen zu Boss wechseln.
Pforzheimer Absolventen arbeiten heute als Designer für Hugo Boss, H&M in Schweden oder bei Joop. Rund 300 Studierende wurden seit 2001 in Pforzheim ausgebildet. Im Durchschnitt werden 30 Studieninteressierte – pro Semester 15 – für ein Studium zugelassen. Die Vorteile des Pforzheimer Studiums liegen für die Absolventen klar auf der Hand: Eine breite, praxisnahe Ausbildung, die gut auf die vielfältigen Berufe der Branche vorbereite. „Die Studierenden werden in unterschiedlichen Bereichen gut ausgebildet“, so eine Absolventin, die heute in London arbeitet. Man lerne, sich von eingefahrenen Denkmustern zu befreien, andere Perspektiven einzunehmen oder auch arbeiten unter Stress. Der enge Kontakt zu den Lehrenden sei ebenfalls ein deutliches Plus. Der Prozentsatz der Absolventen, die direkt im Anschluss an ihr Pforzheimer Studium in den beruflichen Alltag wechseln konnten, ist in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Bei anerkannten Auszeichnungen – z.B. der FASH 2011 – können die Pforzheimer Designer inzwischen verstärkt punkten.
(Redaktion)
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