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ZKM | Medienmuseum

Wolf Kahlen – VideoTapes 1969-2010

Wolf Kahlen, in diesem Jahr 70 Jahre alt geworden, gehört zu den wichtigsten deutschen Videopionieren. Das ZKM widmet ihm ab heute eine umfassende Retrospektive.

Als Kahlen Mitte der 60er Jahre als junger DAAD-Stipendiat in New York erstmals mit dem damals neuen Medium Video in Berührung kam, war ihm sofort klar, dass dies die Technik für seine Kunst werden sollte. Ein Medium, das nach seiner Auffassung schwer greifbar ist, das subjektiv und auch rahmenlos ist. So flaniert der Besucher gleich zu Beginn der Ausstellung an der Projektion „Kyoto – Raw Material On Sublime Beauty” vorbei, die überwiegend aus japanischen Straßenszenen besteht und mit ihrer Länge von fast 12 Stunden für den einzelnen Besucher nie fassbar wird.

Die Kamera war und ist für Kahlen ein umherschweifendes Auge, das sucht, aber auch zuweilen den Zufall findet, das dokumentiert und doch etwas völlig anderes hervorbringt als die Kamera eines Dokumentarfilmers. Das Medium hat für ihn vielmehr etwas Intimes, seine Videowerke halten Zwiesprache mit dem einzelnen Betrachter. So zeigte Wolf Kahlen bereits 1975 seine Arbeiten auf Bildschirmen in schwarzen Zelten, die er in der Galerie aufgeschlagen hatte, so als ob er die Werke für viel zu kostbar halten würde, um sie zu vielen Augen gleichzeitig auszusetzen. Damals waren es die ersten 25 Arbeiten, inzwischen sind es fast 160 Bänder geworden, von denen viele seit Mitte der 1980er Jahre auf langen Reisen durch Asien entstanden.

Die Ausstellungsarchitektur im Projektraum des ZKM entspricht dem Bedürfnis Kahlens nach Intimität für den Betrachter. Der Blick auf transparente weiße Stoffbahnen lässt zunächst nur erahnen, was im Bereich dahinter auf Flachbildschirmen und einer Beamer-Projektion abläuft. Doch sobald der Besucher den Raum betritt, befindet er sich in einem „Audiovisuellen Reading-Room”, einem Ort des ruhigen und ungestörten Studierens. Monitore und Projektion sind so arrangiert, dass einem kaum jemand über die Schulter schauen kann. Und überall liegt das fast 500seitige Werksverzeichnis aus, das Kahlen für diese Retrospektive herausgebracht hat.

03.07.–26.09.2010
Wolf Kahlen – VideoTapes 1969-2010
Eine Ausstellung im ZKM | Medienmuseum, Projektraum

(ZKM / Redaktion)


 


 

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