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„Wir müssen in Deutschland wieder auf den Punkt kommen“

Uwe Hück bezieht im Kamingespräch bei den Karlsruher Wirtschaftsjunioren klar Position

Um den heißen Brei reden ist nicht seine Art – Uwe Hück ist vielmehr einer der gerne mal mit seinen prägnanten Äußerungen aneckt und sich dessen auch bewusst ist. Der Betriebsratsvorsitzende und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Porsche AG sprach am Mittwoch Abend mit rund 60 Wirtschaftsjunioren im Hotel-Restaurant Erbrinz in Ettlingen über seine Arbeit und aktuelle politische Themen.

Was er selbst lebt, fordert Hück auch von der Politik und in den Unternehmen: Eine klare Sprache, die die Menschen verstehen. Er wünsche sich mehr Mut zur Wahrheit. Gerade Politiker hätten bei ihren Aussagen oft mehr die Sorge um Umfrageergebnisse im Blick und daher Angst, Dinge beim Namen zu nennen.

Hück selbst hat mit seiner direkten Art eine beeindruckende Karriere gemacht von ganz unten bis in den Aufsichtsrat beim Weltunternehmen Porsche. Bevor der 48-Jährige 1985 als gelernter Lackierer in das Unternehmen eintrat, verdiente er sein Geld beim Thaiboxen. Der zweifache Europameister hat gelernt sich durchzukämpfen und nicht aufzugeben. Für einen Betriebsratsvorsitzenden tritt er dennoch erstaunlich moderat auf und fordert von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen ein vernünftiges Handeln im unternehmerischen Sinn. Man könne und müsse um die Sache streiten, aber wenn beide Seiten dauerhaft in verschiedene Richtungen laufen, funktioniere es nicht. Hück weiß, damit Porsche auf der Erfolgsspur bleibt, braucht es die Mitarbeiter in den Produktionshallen, die Autos bauen, aber es braucht auch einen Aufsichtsrat, der in das Unternehmen investiert. Daher kann er sich auch heute noch in Rage reden, wenn er um den Kampf an der Spitze des Unternehmens vor zwei Jahre und das Ausscheiden von Ex-Porsche Chef Wiedeking zurückdenkt. Unanständig sei es gewesen, wie der Manager öffentlich niedergemacht wurde.

Von Jan Hollmann, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Karlsruhe, auf das Thema Fachkräftemangel und das Rentenalter mit 67 angesprochen, gibt sich IG Metall Mitglied Hück kompromissbereit. Weil das ursprüngliche Rentensystem der Umlagefinanzierung nicht mehr in unsere Zeit passe, wo die Menschen später zu arbeiten beginnen, aber länger leben, sei die Rente mit 67 für in „o.k.“. Allerdings nur, wenn auch die entsprechenden Voraussetzungen wie altersgerechte Arbeitszeiten und altersgerechte Arbeitsplätze geschaffen würden. Gleichzeitig müssten qualifizierte Arbeitskräfte an das Unternehmen gebunden werden. Er fordert von der Wirtschaft eine Abkehr von den befristeten Einstellungen.

Hück, der in seiner Freizeit benachteiligten Jugendlichen – meist kommen sie aus Migrantenfamilien – das Thaiboxen beibringt, kommt auch beim Thema Integration sehr schnell auf den Punkt: „Du bist da und keiner merkt es – das ist Integration für mich“. Wenn einer der Jugendlichen, mit denen er boxt, nicht richtig Deutsch spreche, frage er ihn, ob er hier Urlaub mache. Er provoziert, um die Menschen zum Nachdenken zu bringen.

Engagiert spricht sich das SPD-Mitglied entgegen seiner Parteimeinung für Stuttgart 21 aus. Weil er fürchtet, dass die anhaltende Diskussion und die Spaltung in der Bevölkerung dunkle Schatten auf die Entwicklung Baden-Württembergs werfen, will er sich für das Projekt künftig noch stärker politisch engagieren.

(IHK Karlsruhe)


 


 

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