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Wohnungsmarkt

Im Land der Häuslebauer wohnen Migranten meist zur Miete

Aktuelle Ergebnisse der L-Bank Wohnungs­marktbeobachtung

 56 Prozent der Baden-Württemberger mit Migrationshintergrund wohnen zur Miete. Damit liegt ihr Mieteranteil 15 Prozentpunkte höher als in der übrigen Bevölkerung. Dennoch ist der Wunsch nach Wohneigentum in dieser Bevölkerungsgruppe stark ausgeprägt. Zwei Drittel wollen bis zum Jahr 2020 Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses sein. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle L-Bank Wohnungsmarktbeobachtung, die gemeinsam mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung erstellt wurde.

Für die meisten Migranten scheitert der Erwerb von Wohneigentum an der Budgetfrage. Fast ein Drittel der Haushalte verfügt über ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 1.300 Euro. Besonders groß ist der Abstand zur einheimischen Bevölkerung bei den höheren Einkünften. Nur 15 Prozent der Bürger mit Migrationshintergrund verfügen über ein Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3.200 Euro. Bei den übrigen Baden-Württembergern sind es immerhin 25 Prozent. Mitverantwortlich für das Einkommensgefälle ist das Ausbildungsniveau: Unter den 25- bis 65-jährigen haben rund 39 Prozent keine Berufsausbildung. Besonders selten sind höhere Bildungsabschlüsse. Nur vier Prozent verfügen über eine Meister- oder Technikerausbildung. Einen Hochschul- oder Fach­hochschulabschluss erreichen nur 14 Prozent. Damit stehen ihre Chancen, einen gutbezahlten Job zu finden, erheblich schlechter als für Nicht­migranten.

Durch eine verbesserte wirtschaftliche Integration von Migranten ließe sich auch das Gefälle beim Wohneigentum ausgleichen. Schlüsselfaktor ist dabei die Bildung: Nur mit qualifizierten Berufs­abschlüssen sind Zuwanderer in der Lage, beim Einkommen zu den übrigen Baden-Württembergern aufzuschließen. Für die Wohnungswirtschaft im Südwesten würde ein erhebliches Potenzial erschlossen, denn der Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund beträgt rund 25 Prozent. Unter den Flächenländern liegt Baden-Württemberg damit an der Spitze und klar über dem Bundes­durchschnitt von 19 Prozent.

Am 18.06.2010 erscheint die L-Bank Wohnungs­marktbeobachtung Baden-Württemberg, die in enger Kooperation mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung entstanden ist. Die Studie gibt einen detaillierten Überblick über aktuelle wohnungswirtschaftliche Entwicklungen in Baden-Württemberg und liefert so interessen­unabhängige Marktinformationen für Investoren, Vermittler, Finanzierungsinstitute und Bauherren. Die aktuelle Wohnungsmarktbeobachtung stützt sich auf zwei Säulen: Neben der Analyse amtlicher Wohnungsmarktindikatoren fließen in die Markt­beobachtung Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung ein. 2.000 Baden-Württemberger geben Auskunft über ihre aktuelle Wohnsituation und zukünftige Wohnwünsche.

(Redaktion)


 


 

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