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Einzelausstellung

Anselm Kiefer im Museum Frieder Burda

Anselm Kiefer gilt als einer der national wie international wichtigsten Künstler unserer Zeit.

Im Museum Frieder Burda sind vom 7. Oktober 2011 bis 15. Januar 2012 ausgewählte Arbeiten Kiefers aus der Sammlung Grothe zu sehen. Kurator Walter Smerling hat 33 großformatige Bilder aus 30 Jahren ausgewählt, mit dem Schwerpunkt auf der 2000er-Dekade. Zum ersten Mal wird die Arbeit „Essence“ aus der aktuellen Serie der Alpenlandschaften öffentlich gezeigt. Aus der Sammlung Frieder Burda ist das Werk „Böhmen liegt am Meer“ (1995) zu sehen.

Im Fokus der Ausstellung steht das monumentale Bild „Der fruchtbare Halbmond“  (460 x 760 cm), eine Arbeit aus dem Jahr 2009. Es verweist auf die Zusammenführung von Abendland und Morgenland und wird ebenfalls erstmals in Deutschland ausgestellt. Kiefer thematisiert hier den Turmbau zu Babel und die Wiege unserer Kultur im fruchtbaren Zweistromland. Der Turmbau hat die Religionen und Sprachen entzweit, aber Kiefer glaubt an das ursprünglich Einende: Die Grundmauern sind nicht mehr nur zerstört, sie sind auch im Aufbau begriffen. Die einstigen Kräfte des fruchtbaren Landes können belebt werden, der Zusammenhalt der unterschiedlichen Kulturen ist möglich.

Seine ersten Kiefer-Bilder erwarb der Sammler Hans Grothe aus reiner Faszination und emotionaler Berührung; denn inhaltlich-rational haben sie sich ihm zunächst nur schwer erschlossen. Die Sammlung enthält Werke aus drei Jahrzehnten, die unverwandt durch ihre einzigartige Materialität, ihre stringente Aussagedichte und ihre auratische Intensität faszinieren, die sich insbesondere in der Gegenüberstellung der Arbeiten vermittelt.

Bei den Werken, die für die Ausstellung ausgewählt wurden, steht nicht die sonst oft als charakteristisch dargestellte Aufarbeitung deutscher Vergangenheit im Mittelpunkt. Kurator Walter Smerling erläutert hierzu: „Vielmehr sind es die christlich-jüdischen, die mythologischen Themen, die dominieren. Auch das oftmals beschriebene Pathos in Kiefers Werken erscheint eigentümlich gebrochen, zurückgenommen und neutralisiert. Die Werke beeindrucken, ohne zu überwältigen, und laden zur analytischen Reflexion ein.“

Von Anfang an bewegt sich Kiefers malerisches Werk zwischen Abstraktion und Figuration. Symbolträchtige Verbindungen entstehen aus Blei, Beton, getrockneten Pflanzen, Glas, Stacheldraht und anderen Materialien. Durch zahlreiche pastose, farbig zurückhaltende Schichten erhält die Bildoberfläche eine reliefartige Struktur und führt damit zu einer fast skulpturalen Plastizität der Bilder.

Anselm Kiefer wurde 1945 in Donaueschingen/Baden-Württemberg geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Rastatt, wo heute in der Städtischen Galerie Fruchthalle eine monumentale Holzschnittinstallation von ihm zu sehen ist. Er studierte Bildende Kunst an den Akademien in Freiburg, Karlsruhe und Düsseldorf. Von 1993 bis 2006 lebte und arbeitete er in Barjac im südfranzösischen Département Gard. Seit 2007 ist Anselm Kiefer in Paris ansässig, wo er 2010 als Professor an das Collège de France berufen wurde. 1999 wurde ihm in Tokio der renommierte Praemium Imperiale verliehen. 2008 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.



(Museum Frieder Burda)


 


 

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Museum Frieder Burda
Kurator Walter Smerling
Januar

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